{"id":92,"date":"2021-07-23T13:53:46","date_gmt":"2021-07-23T13:53:46","guid":{"rendered":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=92"},"modified":"2022-08-10T13:12:53","modified_gmt":"2022-08-10T13:12:53","slug":"eingreifen-oder-abtun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=92","title":{"rendered":"Eingreifen oder Abtun? Wie sollte die Islamwissenschaft mit selbsternannten \u201eNahostexperten\u201c umgehen?"},"content":{"rendered":"\n<p> &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umgang mit den Medien und sogenannten \u201eNahost-Experten\u201c ist f\u00fcr Islamwissenschaftler:innen ein immer wiederkehrendes Thema. Wie sollte mit grob-verallgemeinernden Thesen zu <em>dem<\/em> Islam, <em>den<\/em> Arabern, <em>den<\/em> Muslimen und <em>dem<\/em> Nahen Osten umgegangen werden, die sich in der \u00d6ffentlichkeit sehr gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen? Wie k\u00f6nnen Stereotype und Generalisierungen dekonstruiert werden und dabei aber verst\u00e4ndlich an die \u00d6ffentlichkeit getragen werden? Oftmals erscheint es bei diesen politisierten Themen sehr schwer, Inhalte differenziert und dennoch f\u00fcr die Allgemeinheit verst\u00e4ndlich zu erkl\u00e4ren und sich dabei nicht die Worte im Mund verdrehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht genau aus diesem Bewusstsein heraus hat sich die deutsche Islamwissenschaft \u2013 vormals Orientalistik \u2013 lange Zeit auf historische und linguistische Themenschwerpunkte konzentriert und somit \u00f6ffentlichkeitsrelevante Themen ignoriert. Dies f\u00fchrte auch Edward Said dazu, in seinem Buch <em>Orientalism<\/em><a href=\"#_edn1\">[1]<\/a> die deutsche Islamwissenschaft von dem Vorwurf auszuklammern, die Wissenschaft habe den Boden f\u00fcr den Kolonialismus bereitet und gen\u00e4hrt \u2013 wie in Frankreich und England. Diese These von Said wurde oft kritisiert und auch ein Blick auf die Entstehung der Islamwissenschaft in Hamburg am Kolonialinstitut erz\u00e4hlt eine andere Geschichte. Insgesamt wurde einerseits das Buch von Edward Said nicht so zentral f\u00fcr die Islamwissenschaft in Deutschland wie beispielsweise in England oder den USA. Andererseits nahmen einige doch auch das Buch von Edward Said zum Anlass, die Bedeutung der Islamwissenschaft \u2013 auch f\u00fcr die Politik und breitere \u00d6ffentlichkeit \u2013 zu reflektieren.<a href=\"#_edn2\">[2]<\/a> Und obwohl auch immer mehr Islamwissenschaftler:innen im Bereich des Journalismus t\u00e4tig sind, dr\u00e4ngen doch immer wieder selbsternannte Islam- oder Nahost-Expert:innen (oft verwischen hier die Grenzen) in den Vordergrund der Mainstream-Medien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Expertennachwuchs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So auch der Journalist Constantin Schreiber, der seit etwa 15 Jahren in Deutschland und auch mehreren arabischen L\u00e4ndern t\u00e4tig ist. F\u00fcr seine Fernsehsendung auf n-tv <em>Marhaba \u2013 Ankommen in Deutschland<\/em> gewann er 2016 den Grimme-Preis.<a href=\"#_edn3\" data-type=\"internal\" data-id=\"#_edn3\">[3]<\/a> Darin erkl\u00e4rt er auf Hocharabisch, wie <em>der<\/em> Deutsche lebt und denkt. Allein seine h\u00e4ufigen Aufenthalte in verschiedenen arabischen L\u00e4ndern und seine sehr guten Arabischkenntnisse verliehen ihm unter deutschen Zuschauern ein hohes Ansehen und Autorit\u00e4t als \u201eExperte\u201c. Vielleicht dadurch befl\u00fcgelt ver\u00f6ffentlichte er 2017 das Buch <em>Inside Islam \u2013 Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird<\/em> f\u00fcr das Schreiber 13 deutsche Moscheen besuchte und deren Freitagsgebete auswertete, um daraus Aussagen \u00fcber <em>die<\/em> Muslime in Deutschland zu treffen. Darauffolgend ver\u00f6ffentlichte Schreiber im Jahr 2019 das Buch <em>Kinder des Koran \u2013 Was muslimische Sch\u00fcler lernen<\/em> in dem Schreiber Schulb\u00fccher aus Afghanistan, Iran, T\u00fcrkei, Pal\u00e4stina und \u00c4gypten analysiert, um daraus Schl\u00fcsse \u00fcber eben diese Gesellschaften zu ziehen.<a href=\"#_edn4\">[4]<\/a> Beide B\u00fccher landeten auf den oberen Pl\u00e4tzen der Spiegel-Bestsellerliste, wobei es fraglich ist, ob sie dies trotz oder gerade wegen ihren verallgemeinernden und polemisch anmutenden Kernaussagen taten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Schwert des \u201eExperten\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"252\" height=\"391\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Cover-Schwert-des-Experten-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-188\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Cover-Schwert-des-Experten-1.png 252w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Cover-Schwert-des-Experten-1-193x300.png 193w\" sizes=\"(max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><figcaption>Buchcover des von Verena Klemm und Karin H\u00f6rner herausgegebenen Bandes <em>Das Schwert des &#8222;Experten&#8220;. Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild<\/em>  <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch schon lange vor den oben erw\u00e4hnten B\u00fcchern von Constantin Schreiber gab es Journalisten, die es wussten, sich unter anderem mithilfe von Stereotypen und Verallgemeinerungen in den Medien als \u201eExperten\u201c zu inszenieren und die Allgemeinheit \u00fcber <em>den<\/em> Islam oder <em>den<\/em> Nahen Osten \u201eaufzukl\u00e4ren\u201c. So auch die beiden Journalisten Gerhard Konzelmann und Peter Scholl-Latour. W\u00e4hrend der Hamburger Islamwissenschaftsprofessor Gernot Rotter <a href=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=200\">Konzelmann als Plagiator \u00fcberf\u00fchrte und dessen Aussagen \u00fcber <em>den<\/em> Nahen Osten auf humorvolle Art in seinem Buch <em>Allahs Plagiator &#8211; Die publizistischen Raubz\u00fcge des \u201eNahostexperten\u201c Gerhard Konzelmann<\/em> dekonstruierte<\/a>, nahm sich eine Reihe von Studierenden und Mitarbeitenden der Ver\u00f6ffentlichungen von Peter Scholl-Latour an.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Buch <em>Das Schwert des \u201eExperten\u201c \u2013 Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild<\/em> greifen Studierende und Lehrende verschiedene Aspekte der medialen Verallgemeinerungen auf, die Scholl-Latour in seiner Berichterstattung reproduziert und f\u00fcr sich nutzt. Im Vorwort beschreibt der T\u00fcbinger Islamwissenschaftler Heinz Halm, wie seit dem Golfkrieg das Feindbild Islam explizit ausgebaut wird, was auch Verena Klemm in der darauffolgenden Einleitung aufgreift.&nbsp; Besonders am\u00fcsant ist das dritte Kapitel mit der fiktiven Schilderung eines arabischen \u201eNahwest-Experten\u201c, der die Kirchengemeinde in Paderborn im Stile Peter Scholl-Latours beschreibt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDumpf und monoton dr\u00f6hnt die Kirchenglocke der christlichen Gemeinde im Gotteshaus zu Paderborn. Die westf\u00e4lische Stadt ist eine religi\u00f6se Hochburg, die wie ein urbanes Relikt aus der Zeit Karls des Gro\u00dfen anmutet, der hier einst ein Bistum stiftete, um die Kirche als m\u00e4chtiges Instrument des Heiligen R\u00f6mischen Reiches einzusetzen. Die unverkennbare und nicht zu untersch\u00e4tzende Solidarit\u00e4t zwischen der okzidentalen katholischen Kirche und der regierenden christlichen Partei beweist die Verstrickung von abendl\u00e4ndischer Religion und Herrschaft, die bis zum heutigen Tage von Bedeutung ist. Un\u00fcberh\u00f6rbar riefen die Glocken zum Kirchengang auf. Bedrohlich, obskur, ja fast apokalyptisch wirkte das Orgelspiel im Inneren: Eine bucklige Gestalt h\u00e4mmert fanatisch auf das Instrument ein, damit die allemannischen Gl\u00e4ubigen \u2013 \u00fcberwiegend blond und blau\u00e4ugig \u2013 in ekstatischen Rhythmen und d\u00fcsteren Ges\u00e4ngen ihrem Herrn huldigen konnten. Es war Sonntag, der christliche Freitag, und der Pfarrer, ein ganz in schwarz gekleideter Patriarch, stand auf der Kanzel, um das Gebet vorzusprechen, dass die Gl\u00e4ubigen als raunender Chor wiederholten. Eingebettet in christliche Parolen h\u00f6rten wir die Predigt.\u201c<\/p><cite>Hamadeh, Anis und Daniel Schwarz, \u201eAuge um Auge oder: Die wundersamen Erz\u00e4hlungen eines arabischen ,Nahwest-Experten&#8216;. Eine Satire\u201c, in: <em>Das Schwert des Experten. Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild <\/em>hrsg. v. Verena Klemm und Karin H\u00f6rner, Heidelberg: Palmyra Verlag, 1993, S. 22-23.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Auch das \u201escholl-latour\u2018sche Geheimrezept f\u00fcr scharfsinnige Delikatessen\u201c<a href=\"#_edn6\">[5]<\/a> ist beigef\u00fcgt, welches auf humoristische Art die Zusammensetzung von Scholl-Latours Berichterstattung auflistet. Im Anschluss greifen Karin H\u00f6rner und Gernot Rotter jeweils den Aspekt des Islam als Feindbild auf und machen den historischen Wandel von dem Feindbild des Islam und des \u201eOrients\u201c<a href=\"#_edn7\">[6]<\/a> deutlich. Darauffolgend werden in sechs Kapiteln Scholl-Latours Arbeiten und Berichterstattung detailliert analysiert und die Art dekonstruiert, wie er sich als \u201eExperte\u201c glaubhaft inszeniert, sodass jahrelang Scholl-Latour als mediale Gr\u00f6\u00dfe im \u00f6ffentlichen Diskurs um <em>den<\/em> Islam viel Platz einger\u00e4umt wurde. Zitate von \u201ePersonen vor Ort\u201c, die praktischerweise meist derselben Meinung wie Scholl-Latour sind, gemischt mit vormodernen Ereignissen, die die vermeintliche Kontinuit\u00e4t der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit \u201eder Region\u201c unterstreichen sollen, aber leider rein gar nichts mit der Gegenwart zu tun haben, verleihen Scholl-Latour den Anschein, weit gereist und hochgebildet zu sein und geben ihm somit die n\u00f6tige Autorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vorletzten Kapitel wird der auch in Deutschland bekannte und vielverkaufte Roman <em>Nicht ohne meine Tochter<\/em> von Betty Mahmoody analysiert, weshalb das Kapitel etwas aus der Reihe tanzt. Jedoch beeinflusste das Buch auch die Wahrnehmung und Vorurteile gegen\u00fcber <em>den<\/em> muslimischen M\u00e4nnern in Deutschland und somit reiht sich das Kapitel in die Dekonstruktion von verallgemeinernden Darstellungen \u00fcber \u201eden Orient\u201c und Menschen \u201edes Orients\u201c ein \u2013 ein sensibles Unterfangen, da der Roman eine autobiographische Erz\u00e4hlung ist. Im abschlie\u00dfenden Kapitel kommen marokkanische Studierende zu Wort und beantworten Fragen zu ihrem eigenen Europa-, Demokratie- und Freiheitsverst\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"245\" height=\"370\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Buchcover-Die-Welten-des-Islam.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-189\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Buchcover-Die-Welten-des-Islam.png 245w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Buchcover-Die-Welten-des-Islam-199x300.png 199w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><figcaption>Buchcover des von Gernot Rotter herausgegebenen Bandes <em>Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge, das Unvertraute zu verstehen<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im gleichen Jahr erschien der Sammelband <em>Die Welten des Islam \u2013 Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge, das Unvertraute zu verstehen<\/em> \u2013 herausgegeben von Gernot Rotter und sozusagen als Erg\u00e4nzung zu <em>Das Schwert des \u201eExperten\u201c<\/em>. Darin schreiben verschiedene Autor:innen \u00fcber ganz unterschiedliche Aspekte und Perspektiven auf die islamischen Welten und wollen damit das Vorurteil einer einheitlichen Region des \u201eOrient\u201c, der angeblich r\u00e4umlich und zeitlich abgekapselt sei und kontinuierlich und unver\u00e4nderlich weiterbestehe, aufbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Themen der 29 Kapitel des Buches reichen von Geschichte \u00fcber Politik zu gesellschaftlichen Aspekten. So greift Heinz Halm verschiedene Aspekte der Schia auf, Gernot Rotter schreibt \u00fcber die politische Bedeutung Saddam Husseins, Karin H\u00f6rner geht dem \u201eIslambild der Deutschen\u201c auf den Grund oder der Annahme, Frauen h\u00e4tten automatisch einen besseren Stand im \u201eWesten\u201c<a href=\"#_edn8\">[7]<\/a> und Albrecht Noth versucht einen neuen Jihad-Begriff zu finden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eVerschleierte Frauen und turbanbewehrte b\u00e4rtige M\u00e4nner verleihen mancher Fernsehsendung einen exotischen Reiz und vermitteln den Eindruck einer bevorstehenden Bedrohung unser eigenen Kultur durch <em>den<\/em> Islam, durch <em>die<\/em> Islamische Welt. Ob Khomeini, Kadhafi oder Saddam Hussein, ob Steine werfende Kinder im Gazastreifen oder auf Touristen schie\u00dfende ,Fundamentalisten\u2018 in \u00c4gypten, <em>der<\/em> Islam wird stets in der einen oder anderen Weise damit assoziiert. Doch gibt es diesen Islam, diese Islamische Welt, in einer solchen Einheitsform \u00fcberhaupt? Oder existieren sie in der Realit\u00e4t genauso wenig wie <em>das<\/em> Christentum, <em>die<\/em> Christliche Welt?\u201c <\/p><cite>Gernot Rotter (Hrsg.), <em>Die Welten des Islam: Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge, das Unvertraute zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1993, S. 9.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Alle diese Versuche, Vorurteile und Verallgemeinerungen aufzubrechen, reihen sich ein in die Kritik an Scholl-Latours Berichterstattung. Beide B\u00fccher nehmen explizit Bezug auf den \u00f6ffentlichen medialen Diskurs \u00fcber <em>den<\/em> Islam und <em>die<\/em> Muslime und setzen sich unter anderem ganz konkret mit den islamfeindlichen Vorurteilen auseinander, die oftmals medialen Diskussionen zu Grunde liegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mediale Reaktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie also reagierte eben diese kritisierte Medienlandschaft mit ihrer Berichterstattung auf die oben vorgestellten B\u00fccher? Obwohl Scholl-Latour sicherlich gerne davon \u00fcberzeugt war, die wichtigste Stimme der \u201eIslam- und Nahostexperten\u201c zu sein, traf dies anscheinend nicht ganz zu, da sich viele Zeitungen beispielsweise sehr positiv zu den B\u00fcchern \u00e4u\u00dferten. Das Hamburger Abendblatt titelte \u201eDie Demontage des Experten\u201c und zeigte sich besonders beeindruckt von der Einsch\u00e4tzung des \u201eKollegen\u201c Arnold Hottinger in dem Buch \u00fcber Scholl-Latour.<a href=\"#_edn9\">[8]<\/a> Der Mannheimer Morgen res\u00fcmierte: \u201eNach Lekt\u00fcre dieses Buches darf man sich schon fragen, woher die Autorit\u00e4t, die Scholl-Latour in den Medien genie\u00dft, r\u00fchrt.\u201c<a href=\"#_edn10\">[9]<\/a> Jedoch werden andererseits im selben Artikel die Erkl\u00e4rungen der Autoren zum Fundamentalismus-Begriff als Verharmlosung kritisiert \u2013 ein gemischtes Res\u00fcmee. Die TAZ schreibt, zwar sei es leichter gewesen, Gerhard Konzelmann zu entlarven und Scholl-Latour, \u201e[\u2026] der 69j\u00e4hrige, der in der \u00d6ffentlichkeit als ,seri\u00f6s\u2018 gehandelt wird, versteht es, mit Allgemeinbildung zu bestechen und den richtigen Ton anzuschlagen, sei es in Expertenrunden, unter Politikern oder in Gottschalks Late Night Show. Schlie\u00dflich wei\u00df der ehemalige <em>Stern<\/em>-Herausgeber und Chefredakteur sowie ZDF-Korrespondent eine einflussreiche Lobby hinter sich\u201c.<a href=\"#_edn11\">[10]<\/a> Aber der Stil Scholl-Latours sollte jede:n Leser:in stutzig machen: \u201eDurch den h\u00e4ufigen Gebrauch biblischer Termini und von Tiermetaphorik, um Araber bzw. Muslime zu beschreiben, sowie durch die Hervorhebung vermeintlich \u201arassischer Attribute\u2018 schafft Scholl-Latour scheinbar un\u00fcberbr\u00fcckbare kulturelle Gegens\u00e4tze\u201c<a href=\"#_edn12\">[11]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reaktion des \u201eExperten\u201c selbst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Scholl-Latour selbst \u00e4u\u00dferte sich in einem Radio-Interview mit Delta Radio Kiel zu der Ver\u00f6ffentlichung des Buches und der Kritik an ihm und seiner Berichterstattung \u2013 allerdings recht ausweichend. Zum Zeitpunkt des Interviews hatte Scholl-Latour das Buch nicht gelesen, da er \u201eBesseres zu tun\u201c h\u00e4tte.<a href=\"#_edn13\">[12]<\/a> Dennoch redete er ausf\u00fchrlich \u00fcber seine Kritiker:innen und stellte diese als neidische \u201eStubenhocker\u201c dar, die keine Ahnung von der \u201eechten Welt\u201c h\u00e4tten, da niemand so weit gereist sei wie er selbst. Der Vorwurf der Islamwissenschaft, die sich im Elfenbeinturm verbarrikadieren w\u00fcrde, ist kein neuer, dient Scholl-Latour aber hervorragend zur eigenen Abgrenzung und Profilierung. Wichtig ist f\u00fcr ihn auch, seine pers\u00f6nlichen \u2013 angeblich engen \u2013 Beziehungen zu wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten, wie Ayatollah Khomeini, zu betonen, was auch in seinen B\u00fcchern st\u00e4ndig hervorgehoben wird. Diese fast schon ehrf\u00fcrchtige Art von <em>gro\u00dfen M\u00e4nnern<\/em> zu sprechen, vermischt sich mit dem Vorwurf Scholl-Latours, eine \u201e[\u2026] Frau, die sich mit dem Islam befasst \u2013 und man verliebt sich ja i.a. in sein Studienobjekt \u2013 die werden damit nat\u00fcrlich nicht zurechtkommen [\u2026] und eine Frau w\u00fcrde z.B. nie zu einem theologischen Gespr\u00e4ch mit einem Korangelehrten [\u2026] zugelassen werden. W\u00e4hrend ich solche Gespr\u00e4che zahllos gef\u00fchrt habe.\u201c<a href=\"#_edn14\">[13]<\/a> Interessant ist, wie die eigene konservative Haltung hierbei auf <em>den<\/em> Islam projiziert wird.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie (Fundamentalisten) (?) repr\u00e4sentieren ja die islamische Kultur. Ich sehe in den Fundamentalisten oder Islamisten, wie man sie besser nennt, nicht wahr, \u2013 es gibt ja auch ein arabisches Wort f\u00fcr Fundamentalisten, das hei\u00dft usuliya \u2013 diese Islamisten repr\u00e4sentieren den wahren (mit Betonung) Islam \u2013 wenn ich das so schildere, ist das kein anti-islamisches Bekenntnis sondern ist eine Verneigung vor einer sehr ehrw\u00fcrdigen, gro\u00dfartigen Religion, die aber eine sehr strenge und eine sehr militante Religion ist und das auch sein will\u201c<\/p><cite>Peter Scholl-Latour im Interview, gef\u00fchrt von Heike Schulze, Delta Radio Kiel. <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Scholl-Latour stellt also seine Kritiker:innen als Spinner dar, \u201edie sich ihr Wunschbild vom Islam zurecht machen\u201c<a href=\"#_edn15\">[14]<\/a>, w\u00e4hrend er der Sprecher <em>des<\/em> Islam sei. Zwar seien die Wissenschaftlerinnen im Elfenbeinturm stecken geblieben und haben im Gegensatz zu ihm selbst nie die reale Welt gesehen, Scholl-Latour streicht bemerkenswerterweise dennoch \u2013 oder gerade <em>um<\/em> mithalten zu k\u00f6nnen \u2013 seinen eigenen Bildungsgrad heraus, obwohl die Lehrstube neben der realen Welt seiner Meinung nach doch immer den K\u00fcrzeren ziehe. Und <em>den<\/em> Islam wolle er nat\u00fcrlich auf keinen Fall verteufeln: Scholl-Latour inszeniert sich als Verehrer <em>des<\/em> Islam, der nie etwas negatives, diffamierendes sagen w\u00fcrde. Er wolle lediglich <em>den<\/em> Islam in seinen wahren Aspekten darstellen \u2013 obwohl Gayatri Chakravorty Spivak in seinem Fall wohl eher von \u201evertreten\u201c sprechen w\u00fcrde.<a href=\"#_edn16\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Demontage des Experten \u2013 und dann?<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"173\" height=\"245\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Cover-Zenith-Jubilaeumsausgabe.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-190\"\/><figcaption>Cover der Jubil\u00e4umsausgabe der Zeitschrift <em>zenith<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nicht unbedingt im engeren aber durchaus im weiteren Sinne mit den beiden oben genannten Buchprojekten zusammenh\u00e4ngend gr\u00fcndeten Hamburger und Berliner Studierende 1999 die Zeitschrift <em>zenith<\/em>, um die Autorit\u00e4t von Scholl-Latour und Co. in der \u00f6ffentlichen Berichterstattung \u00fcber <em>den<\/em> Nahen Osten aufzubrechen und Stimmen wie seinen nicht allein das Feld zu \u00fcberlassen. Dies fand durchaus Anklang und so feierte die Zeitschrift 2019 ihr 20-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. In der Jubil\u00e4umsausgabe selber kommt Gr\u00fcndungsmitglied Moritz Behrendt zu dem Schluss, eben diese Berichterstattung sei in den letzten Jahren mehr und diverser geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies l\u00e4sst hoffen, wobei jedoch immer noch einiges zu tun ist und zu den alten neue Vorurteile und Feindbilder hinzugekommen sind, mit denen auch Islamwissenschaftler:innen fast t\u00e4glich konfrontiert werden. Publizisten wie Schreiber verdeutlichen, dass mit der Differenzierung in der Medienwelt auch verstecktere Formen der Vorurteile und Verallgemeinerungen hervorgegangen sind. Projekte wie die beiden B\u00fccher der Islamwissenschaftler:innen der Universit\u00e4t Hamburg lassen hoffen und sind Vorbilder f\u00fcr weitere \u00e4hnliche Bem\u00fchungen, sich mit dem \u00f6ffentlichen Diskurs auseinander zu setzen und sich einzubringen. Diese sind dringend n\u00f6tig, um all die sich hartn\u00e4ckig festgesetzten Bilder und Vorurteile, zu deren Verbreitung Scholl-Latour viele Jahre beigetragen hat \u2013 und woran er gut verdient hat \u2013, auszur\u00e4umen und ein komplexeres, heterogeneres und hoffentlich auch offeneres und toleranteres Weltbild zu etablieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Konzeltour.mp3\"><\/audio><figcaption>&#8222;Konzeltour&#8220; \u2013 Erinnerungen an die Abteilung Vorderer Orient in den 1990er-Jahren. Sequenzen aus den Interviews mit Ursula G\u00fcnther, Verena Klemm, Ulrike Mitter und Schirin Fathi.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>KLEMM, Verena und Karin H\u00d6RNER (Hrsg.), <em>Das Schwert des Experten- Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild<\/em>, Heidelberg 1993.<\/p>\n\n\n\n<p>KURZ, Isolde, <em>Vom Umgang mit dem Anderen: Die Orientalismus-Debatte zwischen Alterit\u00e4tsdiskurs und interkulturelle Kommunikation<\/em>, Bibliotheca Academica Sammlung interdisziplin\u00e4rer Studien, W\u00fcrzburg 2000, S. 111 \u2013 150.<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot (Hrsg.), <em>Die Welten des Islam: Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge, das Unvertraute zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main 1993.<\/p>\n\n\n\n<p>SAID, Edward W., <em>Orientalism<\/em>, New York 1979.<\/p>\n\n\n\n<p>SPIVAK, Gayatri Chakravorty, \u201eCan the subaltern speak?\u201c, in: Cary NELSON und Larry GROSSBERG (Hrsg.), <em>Marxism and the Interpretation of Culture<\/em>, Urbana 1988, S. 271-313.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeitungsartikel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>KUHLMANN, Jan, \u201eDie Demontage des Experten\u201c, Hamburger Abendblatt, 24.05.1993.<\/p>\n\n\n\n<p>SERIF, Walter, \u201ePeter Scholl-Latour ein Rassist?\u201c, Mannheimer Morgen, 19.05.1993.<\/p>\n\n\n\n<p>SENFFT, Alexandra, \u201eOh Gott, Scholl-Latour! Die Unglaublichen Geschichten des Nahost-,Experten\u00b4 Peter Scholl-Latour\u201c, die tageszeitung, 19.06.1993.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Onlinequellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>https:\/\/web.archive.org\/web\/20161121042501\/http:\/\/www.grimme-institut.de\/html\/index.php?id=2109 (letzter Zugriff 22.07.2021).<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;https:\/\/www.disorient.de\/blog\/verzerrungen-und-vorurteile-eine-ausfuehrliche-kritische-rezension-zu-constantin-schreibers (letzter Zugriff 22.07.2021).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Vgl. Edward W. SAID, <em>Orientalism<\/em>, New York 1979.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[2]<\/a> Vgl. Isolde KURZ, <em>Vom Umgang mit dem Anderen: Die Orientalismus-Debatte zwischen Alterit\u00e4tsdiskurs und interkulturelle Kommunikation<\/em>, Bibliotheca Academica Sammlung interdisziplin\u00e4rer Studien, W\u00fcrzburg 2000, S. 111 \u2013 150.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> Vgl. https:\/\/web.archive.org\/web\/20161121042501\/http:\/\/www.grimme-institut.de\/html\/index.php?id=2109 (letzter Zugriff 22.07.2021).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[4]<\/a> Dieses Buch wurde ausf\u00fchrlich von Jan Altaner auf <em>dis:orient<\/em> analysiert und kommentiert. Vgl. https:\/\/www.disorient.de\/blog\/verzerrungen-und-vorurteile-eine-ausfuehrliche-kritische-rezension-zu-constantin-schreibers (letzter Zugriff 22.07.2021).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[5]<\/a> Vgl. Verena KLEMM und Karin H\u00d6RNER (Hrsg.), <em>Das Schwert des Experten- Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild<\/em>, Heidelberg 1993, S. 32.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[6]<\/a> Dies ist kein korrekter geographischer Begriff, wird in diesem Artikel jedoch verwendet um die verbreiteten Stereotype zu verdeutlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[7]<\/a> Auch dies stellt keine geographische Einheit im engeren Sinne dar, wird hier aber dennoch verwendet, um den Diskurs widerzuspiegeln.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[8]<\/a> Vgl.&nbsp; Jan KUHLMANN, \u201eDie Demontage des Experten\u201c, <em>Hamburger Abendblatt<\/em>, 24.05.1993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[9]<\/a> Vgl. Walter SERIF, \u201ePeter Scholl-Latour ein Rassist?\u201c, <em>Mannheimer Morgen<\/em>, 19.05.1993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[10]<\/a> Vgl. Alexandra SENFFT, \u201eOh Gott, Scholl-Latour! Die Unglaublichen Geschichten des Nahost-,Experten\u2018 Peter Scholl-Latour\u201c, <em>die tageszeitung<\/em>, 19.06.1993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[11]<\/a> Ibid.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[12]<\/a> Interview mit mit Peter Scholl-Latour, gef\u00fchrt von Heike Schulze, Delta Radio Kiel.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[13]<\/a> Ibid.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[14]<\/a> Ibid.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[15]<\/a> Vgl. Gayatri Chakravorty SPIVAK, \u201eCan the subaltern speak?\u201c, in: Cary NELSON und Larry GROSSBERG (Hrsg.), <em>Marxism and the Interpretation of Culture<\/em>, Urbana 1988, S. 271-313.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Umgang mit den Medien und sogenannten \u201eNahost-Experten\u201c ist f\u00fcr Islamwissenschaftler:innen ein immer wiederkehrendes Thema. 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