{"id":400,"date":"2022-06-21T09:16:20","date_gmt":"2022-06-21T09:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=400"},"modified":"2022-10-26T11:20:47","modified_gmt":"2022-10-26T11:20:47","slug":"orientalistik-nationalsozialismus-und-vergangenheits-bewaeltigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=400","title":{"rendered":"Orientalistik, Nationalsozialismus und Vergangenheits-bew\u00e4ltigung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Kontroverse um Bertold Spuler an der Universit\u00e4t Hamburg<\/h2>\n\n\n\n<p>R\u00fcckblickend markieren die 1960er Jahre in der Geschichte der BRD den Beginn eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. 1961 fand in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, den Chef-Organisator der europ\u00e4ischen Judenvernichtung statt, ab 1963 in Frankfurt die Auschwitzprozesse. Ausgehend davon drangen die durch Deutschland in Europa begangenen Gr\u00e4ueltaten zunehmend ins \u00f6ffentliche Bewusstsein. Eine junge Nachkriegsgeneration politisierte sich verst\u00e4rkt und stellte Fragen nach der Verwicklung ihrer Eltern in die NS-Zeit. Im Verlauf dessen formierte sich vor allem an den bundesdeutschen Universit\u00e4ten und Hochschulen eine Bewegung von Studierenden, welche ins Zentrum ihrer Forderungen die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit stellte. Die Entnazifizierung durch die Westalliierten war ihrer Ansicht nach nur mangelhaft durchgef\u00fchrt worden, was sich durch zahlreiche personelle Kontinuit\u00e4ten innerhalb von Justiz, Verwaltung und Politik \u00e4u\u00dferte.<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Aber nicht nur die j\u00fcngste Nazivergangenheit, sondern auch ihre Gegnerschaft zum immer st\u00e4rker eskalierenden Vietnamkrieg, sowie zur Wiederbewaffnung der Bundeswehr, als auch die Forderung nach einer Reformierung der veralteten und konservativen Strukturen an deutschen Hochschulen, und ihre Vorstellungen von einer radikalen Demokratisierung der Gesellschaft, brachten die sp\u00e4ter als \u201e68er\u201c bekannte Bewegung in zunehmende Konfrontation mit dem herrschenden Status Quo der BRD. Einen ihrer H\u00f6hepunkte fand die 68er-Bewegung am 9. November 1967 durch einen ber\u00fchmt gewordenen Vorfall an der Universit\u00e4t Hamburg, welcher auch die Orientalistik<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> nicht unber\u00fchrt lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>An jenem Tag wurde der damalige Rektor der Universit\u00e4t, Karl Heinz Sch\u00e4fer, feierlich verabschiedet und das Amt seinem Nachfolger Werner Ehrlicher \u00fcbergeben. Als die Lehrstuhlinhaber mit dem alten und neuen Rektor an ihrer Spitze feierlich den Saal betraten, entrollten die damaligen Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses, Detlev Albers und Gert Hinnerk Belger, ein Stoffbanner, auf welchem <em>\u201eUnter den Talaren Muff von tausend Jahren\u201c <\/em>zu lesen war. Ziel der Aktion war es, die Kritik der Studierenden an den veralteten Strukturen der bundesdeutschen Hochschulen und der nicht aufgearbeiteten NS-Vergangenheit in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen. Als w\u00e4re der Vorgang f\u00fcr die damaligen Verh\u00e4ltnisse nicht schon skandal\u00f6s genug gewesen, erhielt er zus\u00e4tzliche Brisanz durch den Orientalisten Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich als w\u00fcrde der damalige Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Islamkunde die Kritik der Protestierenden best\u00e4tigen wollen, rief er den Studenten zu <em>\u201eSie geh\u00f6ren alle ins<\/em> <em>Konzentrationslager!\u201c<\/em>. Spuler wurde in der Folge zeitweilig von seinen T\u00e4tigkeiten an der Universit\u00e4t Hamburg suspendiert und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Im Verlauf dessen stellte sich heraus, dass Spuler nicht nur 1937 der NSDAP beigetreten, sondern auch Mitglied der SA war. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"717\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-717x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-451\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-717x1024.jpg 717w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-210x300.jpg 210w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-768x1097.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-1076x1536.jpg 1076w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-1434x2048.jpg 1434w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-1200x1713.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-1980x2827.jpg 1980w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/NSDAP-Mitgliedschaft-Personalbogen-JPEG-Bertold-Spuler-scaled.jpg 1793w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><figcaption>Beitrittsformular aus Bertold Spulers Personalakte, <br>StA HH, 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die politische Stimmung unter den Studierenden an der Universit\u00e4t Hamburg wurde im selben Jahr nochmals durch den Sturz des Denkmals f\u00fcr den ehemaligen Kolonialbeamten Herrman von Wissmann verdeutlicht, welches sich einst vor dem heutigen Hauptgeb\u00e4ude befand.<a id=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Kritik der Studentenbewegung zu gro\u00dfen Teilen berechtigt war, wird unter anderem daran deutlich, dass das Verh\u00e4ltnis der deutschen Geisteswissenschaften und ihrer Akademiker:innen zum Nationalsozialismus zum damaligen Zeitpunkt relativ unthematisiert blieb. Als Grund hierf\u00fcr werden in der Forschung unter anderem der schwelende \u201eOst-West Konflikt\u201c, welcher bundesdeutsche Akademiker:innen vor allzu scharfer Kritik der \u00d6ffentlichkeit bewahrte, sowie zahlreiche zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zug\u00e4ngliche Dokumente vermutet. Erst im Jahr 1988 sollte durch die Forschung des britischen Historikers Michael Burleigh ein Standardwerk<a id=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> \u00fcber die Verstrickung der deutschen Geisteswissenschaften in die nationalsozialistische Siedlungs- und Vernichtungspolitik in Osteuropa vorliegen.<a id=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Der heutige Forschungsstand zur Geschichte der Universit\u00e4t Hamburg im Nationalsozialismus ist den wissenschaftlichen Pionierleistungen des Historikers Eckart Krause zu verdanken.<a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine wissenschaftliche Studie \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der Orientalistik zum NS-Regime liegt seit 2006 vor. Der Islamwissenschaftler Ekkehard Ellinger stellte in dieser die bisherige Annahme, dass die Orientalistik f\u00fcr die politische NS-Elite nur von untergeordnetem Interesse gewesen sei, anhand einer umfangreichen Darstellung der Interaktionen deutscher Orientalisten mit dem NS-Regime kritisch auf die Probe.<a id=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Im Fall der Universit\u00e4t Hamburg konstatiert Achim Rohde, dass eine direkte Kooperation der Orientalistik mit dem Nationalsozialismus nur in beschr\u00e4nkten Umfang nachzuweisen ist, jedoch die Forschung \u00fcber jene Orientalisten, die sich dem NS-Staat au\u00dferhalb von Lehre und Forschung andienten, noch sehr beschr\u00e4nkt ist.<a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Der Aufarbeitung und Diskussion des besonders prominenten Falles des Bertold Spuler hat sich Anne Molls 2004 in einer Magisterarbeit angenommen, die die bisher umfangreichste Recherche aus der Perspektive der Biographieforschung darstellt. <a id=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Zum Ende der Weimarer Republik hatte sich demnach die Orientalistik fest als eigenst\u00e4ndige Geisteswissenschaft im deutschsprachigen Raum etabliert. W\u00e4hrend sie in ihrer Anfangszeit im 19. Jahrhundert ein Nischendasein innerhalb der Theologie und Philologie fristete, konnte die Orientalistik ab 1871 von den politischen Allianzen und Bestrebungen des deutschen Kaiserreiches in hohem Ma\u00dfe profitieren. Die Konkurrenz mit den Kolonialm\u00e4chten England und Frankreich, eine imperialistisch ausgerichtete Au\u00dfenpolitik, sowie das B\u00fcndnis mit dem Osmanischen Reich w\u00e4hrend des ersten Weltkrieges, schufen Platz f\u00fcr Orientalisten im Staatsdienst.<a id=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[10]<\/a> So war beispielsweise der Begr\u00fcnder der Hamburger Islamwissenschaft, Carl Heinrich Becker, im Kultusministerium t\u00e4tig und setzte sich f\u00fcr die Erweiterung und F\u00f6rderung zahlreicher Fachbereiche ein.<a id=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[11]<\/a> Mit dem wachsenden politischen Erfolg der Nationalsozialisten in den sp\u00e4ten Zwanzigern wuchs schlie\u00dflich auch die Anzahl jener Orientalisten, die ein Parteibuch der NSDAP besa\u00dfen, w\u00e4hrend man sich in den Jahren zuvor eher dem gem\u00e4\u00dfigt konservativen Parteienspektrum zugeh\u00f6rig sah.<a id=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[12]<\/a> In den Jahren 1933-34 stieg schlie\u00dflich die Bereitschaft unter Orientalisten, sich dem neuen Regime aktiv anzudienen, wozu das sogenannte \u201eGesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums\u201c, welches vor allem dazu diente, J\u00fcdinnen und Juden aus dem Verwaltungsapparat und Universit\u00e4tsbetrieb zu entfernen, einen ersten Anlass bot. So wurde die Karriere des Professors f\u00fcr Islamkunde Franz Babinger beendet, nachdem sein Vorgesetzter an der Berliner Universit\u00e4t, der Orientalist Hans Heinrich Schaeder, in einem Gutachten seine wissenschaftliche Arbeit und dar\u00fcber hinaus seine \u201earische Abstammung\u201c in Zweifel zog.<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[13]<\/a> Mit Kriegsbeginn erlangte die Orientalistik schlie\u00dflich den Status einer kriegswichtigen Wissenschaft. Der Feldzug in Nordafrika und der Versuch mit antibritischer und antij\u00fcdischer Propaganda Einfluss in den arabischsprachigen L\u00e4ndern zu gewinnen, verschaffte deutschen Orientalisten Posten in zahlreichen NS-Organisationen wie Wehrmacht, SS, dem Ausw\u00e4rtigen Amt sowie in den Geheimdiensten.<a id=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\">[14<\/a><a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">]<\/a> So diente beispielsweise Rudi Paret als \u00dcbersetzer im deutschen Afrikakorps und die Arabisten Oluf Kr\u00fcckmann und Adam Falkenstein wurden zur Vorbereitung eines pro-deutschen Putsches 1941 in den Irak entsandt.<a id=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[15]<\/a> Weiterhin bem\u00fchte man sich zu propagandistischen Zwecken darum, eine arabische \u00dcbersetzung von Adolf Hitlers <em>\u201eMein Kampf\u201c <\/em>vorzulegen. In diesem Kontext wurde die Arbeit des Arabisten Hans Wehr an seinem Arabisch-Deutschen W\u00f6rterbuch durch das Ausw\u00e4rtige Amt unterst\u00fctzt.<a id=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[16]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1942 strebte die nationalsozialistischen F\u00fchrung mit der sogenannten <em>\u201eAktion Ritterbusch\u201c <\/em>an, die Geisteswissenschaften ideologisch in die deutsche Kriegspolitik zu integrieren. Die Orientalistik war f\u00fcr den NS-Staat auch im Kontext seines pseudowissenschaftlichen Arierbegriffs interessant. Die Leitung der Orientabteilung der <em>\u201eAktion Ritterbusch\u201c <\/em> wurde dabei dem Indologen Walther W\u00fcst \u00fcbertragen, welcher mit dem Reichsf\u00fchrer SS, Heinrich Himmler, in regem Austausch stand und von diesem damit beauftragt wurde, die <em>\u201e(\u2026) Haupt- und Kernbegriffe der indogermanischen, nordischen Weltanschauung endg\u00fcltig festzulegen\u201c<\/em>.<a id=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[17]<\/a> Ein weiteres Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr die Orientalistik w\u00e4hrend der NS-Zeit ergab sich nach dem \u00dcberfall auf die Sowjetunion 1941. \u00c4hnlich wie schon im arabischsprachigen Raum war die deutsche Kriegsmaschinerie darum bem\u00fcht, verschiedene Volksgruppen in Osteuropa f\u00fcr ihren Krieg gegen die Sowjetunion zu gewinnen. Dazu wurden aus kriegsgefangenen Rotarmisten und Freiwilligen die sogenannten Ostlegionen gebildet, die sich aus nichtrussischen Minderheiten zusammensetzten.<a id=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[18]<\/a> Im Rahmen dessen wurde auch Bertold Spuler zum ersten Mal in gr\u00f6\u00dferem Rahmen f\u00fcr den Nationalsozialismus aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1911 in Karlsruhe geborene Spuler hatte 1935 sein Studium der Slavistik und Islamwissenschaft in Breslau abgeschlossen und geh\u00f6rte damit zu der jungen Generation von Orientalisten in Nazideutschland. Bereits ein Jahr vor seiner Habilitation 1938 war er der NSDAP beigetreten und f\u00fcr die Gestapo als \u00dcbersetzer f\u00fcr Jiddisch und Hebr\u00e4isch t\u00e4tig gewesen. Innerhalb der Partei hatte Spuler die Funktion eines Zellenleiters ausge\u00fcbt, von seinem Kreisleiter wurde ihm politische Zuverl\u00e4ssigkeit bescheinigt.<a id=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[19]<\/a> Dem gegen\u00fcber steht, dass Spuler 1967 im Rahmen einer an seine Suspendierung anschlie\u00dfenden Untersuchung angab, keine Parteiuniform besessen und auch die Weltanschauung der NSDAP abgelehnt zu haben. Gleichzeitig begr\u00fcndete Spuler seinen Parteieintritt sp\u00e4ter damit, dass er sonst kein Stipendium f\u00fcr seine anstehende Habilitation erhalten h\u00e4tte.<a id=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"726\" height=\"1024\" data-id=\"453\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-726x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-453\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-726x1024.jpg 726w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-213x300.jpg 213w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-768x1083.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-1089x1536.jpg 1089w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-1452x2048.jpg 1452w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-1200x1692.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-1980x2792.jpg 1980w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Auskunft-des-NSDAP-Kreisleiters-ueber-Bertold-Spuler-scaled.jpg 1815w\" sizes=\"(max-width: 726px) 100vw, 726px\" \/><figcaption>Auskunft des NSDAP-Kreisleiters \u00fcber Bertold Spuler, 19.11.1938.<br>StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"1024\" data-id=\"452\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-730x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-452\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-730x1024.jpg 730w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-214x300.jpg 214w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-768x1077.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-1095x1536.jpg 1095w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-1461x2048.jpg 1461w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-1200x1683.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-1980x2776.jpg 1980w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-3-scaled.jpg 1826w\" sizes=\"(max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption>Erkl\u00e4rung Spulers \u00fcber seine T\u00e4tigkeit in der NSDAP.<br>StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler, Protokoll der Vernehmung Bertold Spulers am 18.12.1967 durch Oberstaatsanwalt Dr. Marten, Einleitungsbeh\u00f6rde des Senats, S. 3.<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1940 wurde Spuler schlie\u00dflich zur Wehrmacht eingezogen und war ab 1941 vom Ausw\u00e4rtigen Amt mit der Dechiffrierung t\u00fcrkischer Telegramme beauftragt worden. Zu einem h\u00f6heren Posten sollte Spuler schlie\u00dflich gelangen als die Wehrmacht beschloss, den Islam als vereinendes Element f\u00fcr die innerhalb der Ostlegionen k\u00e4mpfenden muslimischen Soldaten zu bestimmen.<a id=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\">[21]<\/a> Dem zugrunde lag die Vorstellung, dass jene V\u00f6lker allein aufgrund ihrer Religionszugeh\u00f6rigkeit nat\u00fcrliche Feinde der Sowjetunion und des Marxismus sein m\u00fcssten,<a id=\"_ftnref21\" href=\"#_ftn21\">[22]<\/a> wovon man sich eine \u201e<em>propagandistische Wirkung auf den Gegner und auf die Bev\u00f6lkerung der entsprechenden L\u00e4nder\u201c<\/em><a id=\"_ftnref22\" href=\"#_ftn22\">[23]<\/a> versprach. Gleichzeitig wurde ihnen die Bildung eigenst\u00e4ndiger Nationalstaaten unter deutschem \u201eSchutz\u201c versprochen.<a id=\"_ftnref23\" href=\"#_ftn23\">[24]<\/a> Auch im Reichssicherheitshauptamt, dem Nachrichtendienst der SS, fand dies seinen Widerhall mit der Einrichtung der sogenannten <em>Arbeitsgemeinschaft <\/em>Turkestan. Im institutionellen Rahmen der <em>Deutsch Morgenl\u00e4ndischen Gesellschaft <\/em>hatte dieses Projekt den Auftrag, sich <em>\u201emit besonders dringlichen Fragen \u00fcber die<\/em> <em>wehr- und volkswirtschaftliche Bedeutung Sowjet- Mittelasiens (\u2026) sowie mit Fragen des nationalen Gegensatzes (&#8230;)\u201c <\/em>zu besch\u00e4ftigen.<a id=\"_ftnref24\" href=\"#_ftn24\">[25]<\/a> &nbsp;Zu diesem Zwecke vermittelte Spuler der Arbeitsgemeinschaft Personal, welches er aus den Wehrmacht- und SS-Verb\u00e4nden der Ostlegionen oder direkt aus Kriegsgefangenenlagern rekrutierte.<a id=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\">[26]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 1942 wurde beschlossen, die einzelnen Legionen nach religi\u00f6sen Gesichtspunkten zu hierarchisieren und an deren Spitze sogenannte Feldmullahs zu stellen, die als Experten f\u00fcr islamische Fragen fungieren sollten.<a id=\"_ftnref26\" href=\"#_ftn26\">[27]<\/a> Zu diesem Zwecke wurden im Sommer 1944 sogenannte Mullah-Lehrg\u00e4nge an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen ins Leben gerufen, deren Leitung Spuler \u00fcbernahm. Ziel dieser Lehrg\u00e4nge sollte sein, den Teilnehmenden ein Grundwissen in Theologie und Ritus der zwei wichtigsten konfessionellen Gruppen des Islam, Schiiten und Sunniten, zu vermitteln.<a id=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\">[28]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die fachlichen Fertigkeiten und F\u00e4higkeiten Spulers pr\u00e4destinierten ihn f\u00fcr diese Aufgabe, da er \u00fcber einen reichen Fundus an Wissen \u00fcber Geschichte und Praxis des Islam verf\u00fcgte und neben Arabisch und T\u00fcrkisch zahlreiche weitere regionale Sprachen beherrschte.<a id=\"_ftnref28\" href=\"#_ftn28\">[29]<\/a> Im Allgemeinen wurden die Mullah-Lehrg\u00e4nge Spulers als ein Erfolg bewertet. Den von ihm ausgebildeten muslimischen Geistlichen wurde attestiert, sich als \u201e<em>besonders \u00fcberzeugte Gegner des Bolschewismus<\/em>\u201c<a id=\"_ftnref29\" href=\"#_ftn29\">[30]<\/a> hervorgetan zu haben, wovon man sich die gew\u00fcnschte Propagandawirkung innerhalb der Legionen versprach. Als problematisch bewertete Spuler hingegen, dass an seinen Lehrg\u00e4ngen Muslime sunnitischer als auch schiitischer Glaubensrichtungen teilnahmen, was zu religi\u00f6sen Spannungen unter den Teilnehmenden f\u00fchrte und Spuler dazu veranlasste, sich f\u00fcr deren Trennung einzusetzen.<a id=\"_ftnref30\" href=\"#_ftn30\">[31]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit der Kontroverse von 1967 ist es bemerkenswert, dass Bertold Spulers tats\u00e4chliche Bet\u00e4tigung als Orientalist w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus nur von untergeordnetem Interesse zu sein schien. In der \u00f6ffentlichen Debatte dominierte die Auseinandersetzung \u00fcber den von ihm get\u00e4tigten Ausruf gegen\u00fcber den protestierenden Studenten und die Frage, ob dieser R\u00fcckschl\u00fcsse auf die politische Gesinnung Spulers zulie\u00dfe. Zu dem Vorfall befragt, gab Spuler an, dass er durch die Aktion der Studenten besch\u00e4mt wurde und sich in einem Zustand emotionaler Erregung zu dem Ausruf hinrei\u00dfen lie\u00df.<a id=\"_ftnref31\" href=\"#_ftn31\">[32]<\/a> Seine Motivation lag ihm zufolge nicht in einer nationalsozialistischen Gesinnung, sondern in dem Wunsch, dass \u201e<em>das Verhalten dieser terroristischen Gruppen<\/em> [die Studenten, M.P.] <em>geahndet werden <\/em>[m\u00fcsste]\u201c.<a id=\"_ftnref32\" href=\"#_ftn32\">[33]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"767\" height=\"1024\" data-id=\"454\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-7-767x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-454\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-7-767x1024.jpg 767w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-7-225x300.jpg 225w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-7-768x1026.jpg 768w, 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seine T\u00e4tigkeit in der NSDAP.<br>StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler, Protokoll der Vernehmung Bertold Spulers am 18.12.1967 durch Oberstaatsanwalt Dr. Marten, Einleitungsbeh\u00f6rde des Senats, S. 7.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"735\" height=\"1024\" data-id=\"455\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-8-735x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-455\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Vernehmungsprotokoll-Bertold-Spulers-vom-18.12.1967-von-Oberstaatsanwalt-Dr.-Marten-Einleitungsbehoerde-des-Senats-Seite-8-735x1024.jpg 735w, 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So schrieb der Journalist Egon Giordano in einem Brief an den damaligen Hamburger B\u00fcrgermeister, dass es \u201e<em>keine gr\u00f6\u00dfere Offenbarung<\/em>\u201c f\u00fcr eine nationalsozialistische Gesinnung geben k\u00f6nne als die, dass jemand Andersdenkende in ein KZ w\u00fcnscht.<a id=\"_ftnref33\" href=\"#_ftn33\">[34]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"713\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-713x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-456\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-713x1024.jpg 713w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-209x300.jpg 209w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-768x1103.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-1070x1536.jpg 1070w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-1427x2048.jpg 1427w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-1200x1723.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-1980x2842.jpg 1980w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-des-Journalisten-Egon-Giordano-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-24.11.1967-Seite-2-scaled.jpg 1783w\" sizes=\"(max-width: 713px) 100vw, 713px\" \/><figcaption>Zuschrift des Journalisten Egon Giordano an B\u00fcrgermeister Dr. Drexelius, 24.11.1967<br>StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Demgegen\u00fcber erfuhr Spuler durch sein Fachkollegium und durch ihm pers\u00f6nlich nahestehende Studierende ein hohes Ma\u00df an Unterst\u00fctzung. So wurde beispielsweise auf die freundschaftlichen Kontakte die Spuler zu dem von den Nationalsozialisten verfolgten Dr. Richard Salomon pflegte verwiesen.<a id=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\">[35]<\/a> In einem Brief an die Hamburger Schulbeh\u00f6rde dr\u00fcckten dar\u00fcber hinaus Studierende des Orientalischen Seminars ihre Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber Spuler aus und kritisierten den \u2013 ihrer Ansicht nach ungerechten \u2013 Umgang mit ihrem Professor in der Presselandschaft, da ein \u201e<em>einmaliger Zuruf<\/em>\u201c nicht als Ausdruck einer \u201e<em>gefestigten \u00dcberzeugung<\/em>\u201c gewertet werden d\u00fcrfe.<a id=\"_ftnref35\" href=\"#_ftn35\">[36]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" data-id=\"457\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-457\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-300x212.jpg 300w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-768x543.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-1536x1086.jpg 1536w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-2048x1448.jpg 2048w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-1200x849.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-Prof.-Schaeders-an-den-Rektor-der-Universitaet-Hamburg-21.11.1967-Seite-1-2-1980x1400.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Brief Prof. Schaeders an den Rektor der Universit\u00e4t Hamburg, Prof. Dr. Drexelius, 21.11.1967, <br>StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"706\" data-id=\"458\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-1024x706.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-458\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-1024x706.jpg 1024w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-300x207.jpg 300w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-768x530.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-1536x1060.jpg 1536w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-2048x1413.jpg 2048w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-1200x828.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Brief-der-Studierenden-an-Buergermeister-Dr.-Drexelius-21.11.1967-Seite-1-2-1980x1366.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Brief Studierender der Orientalistik an B\u00fcrgermeister Drexelius, 21.11.1967, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Reaktionen aus der Universit\u00e4t Hamburg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser Auffassung schloss sich auch die Leitung des gegen Bertold Spuler eingeleiteten Disziplinarverfahrens an und sprach lediglich einen Verweis gegen den Orientalisten aus. Bereits am 7. Februar 1968 durfte Spuler seine Dienstgesch\u00e4fte wieder aufnehmen und lehrte noch bis 1980 in Hamburg wo er 1990 starb.<a id=\"_ftnref36\" href=\"#_ftn36\">[37]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"856\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-1024x856.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-415\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-1024x856.jpg 1024w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-300x251.jpg 300w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-768x642.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-1536x1285.jpg 1536w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein-1200x1004.jpg 1200w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Abbildung-9-Hamburger-Abendblatt-03.05.1968-Hamburger-Staatsarchiv_klein.jpg 1698w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Das Hamburger Abendblatt berichtet am 3. Mai 1968 \u00fcber den Verweis Bertold Spulers, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ob es sich bei der Person Bertold Spuler um einen \u00fcberzeugten Nationalsozialisten gehandelt hat oder ob er einer jener zahlreichen Orientalisten war, die sich dem NS-Staat aus Karrieregr\u00fcnden andienten, l\u00e4sst sich aus geschichtswissenschaftlicher Sicht schlecht bewerten. Allerdings lassen sich, ausgehend von den zug\u00e4nglichen Archivdokumenten und der historischen Forschung, Aussagen dar\u00fcber treffen, inwieweit die Orientalistik und ihre akademische Elite Anteil an der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer m\u00f6rderischen Praxis hatte: Sp\u00e4testens nach Kriegsbeginn war die Orientalistik f\u00fcr Deutschland zu einer kriegswichtigen Wissenschaft geworden, w\u00e4hrend sie in den Vorjahren Phasen der Anpassung und Ideologisierung durchlaufen hatte. Die rassistische Vorstellung des Nationalsozialismus von \u201eorganisch gewachsenen Volksgemeinschaften\u201c schlug sich innerhalb der Orientalistik besonders in einem idealisierten Verh\u00e4ltnis zum Islam nieder, der unter anderem von Spuler in einer Studie von 1942 als das \u201e<em>verbindende Element<\/em>\u201c  von in Wahrheit sehr heterogenen Volksgruppen konstruiert wurde, was eine orientalistische Sichtweise im Sinne von Edward Said offenbart. Vor allem die jungen Orientalisten wie Spuler wurden durch Wehrmacht, SS und die Geheimdienste in ihrer Disziplin gef\u00f6rdert und boten ihnen Aufstiegs- und Verdienstm\u00f6glichkeiten au\u00dferhalb der Universit\u00e4t. In diesem Rahmen war Spuler in seiner T\u00e4tigkeit als Ausbilder f\u00fcr muslimische Angeh\u00f6rige der Ostlegionen an dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion beteiligt, in dem laut nationalsozialistischen Pl\u00e4nen 20 Millionen Sowjetb\u00fcrger ermordet werden sollten. Das Beispiel Berthold Spuler zeigt eindr\u00fccklich, dass Wissenschaft in Wechselwirkung mit den jeweils herrschenden Verh\u00e4ltnissen steht und unter bestimmten Umst\u00e4nden dazu f\u00fchrt, dass aus Wissenschaftler:innen T\u00e4ter:innen werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Im zweiten deutschen Bundestag waren laut CIA-Dokumenten 129 ehemalige NSDAP-Mitglieder vertreten. Exemplarisch sei auf Theodor Oberl\u00e4nder und den sp\u00e4teren Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger verwiesen. National Security Archive, <a href=\"https:\/\/bit.ly\/3GPcHHP\">https:\/\/bit.ly\/3GPcHHP<\/a> (Zugriff 3.6.2022). Der unter Konrad Adenauer als Bundeskanzleramtschef t\u00e4tige Hans Globke war einer der Verfasser der N\u00fcrnberger Rassengesetze.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sp\u00e4testens seit dem Erscheinen von Edward Saids Buch \u201eOrientalismus\u201c (1978) wird der Begriff des Orientalismus, bzw. die Fachgeschichte der Orientalistik, von kritischen Untersuchungen begleitet. Orientalistik bzw. Orientalist, wird in diesem Beitrag nach der Definition von Ekkehard Ellinger verstanden, siehe dazu: Ellinger, Ekkehard: <em>Deutsche Orientalistik zur Zeit des Nationalsozialismus, 1933 \u2013 1945<\/em>. Edingen-Neckarhausen: deux-mondes-Verlag 2006, S. 2f.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Ra\u00dfhofer, Veit: \u201eDas Hamburger Kolonialinstitut<em>\u201c<\/em><em>. <\/em>In: Paul, Ludwig (Hg.): <em>Vom Kolonialinstitut zum Asien-Afrika-Institut. 100-Jahre Asien- und Afrikawissenschaften in Hamburg. <\/em>Ostasien Verlag 2008, S. 29.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Burleigh, Michael: <em>Germany Turns Eatswards. A Study of Ostforschung in the Third Reich. <\/em>Cambridge: Cambridge University Press 1988.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Gasche, Malte: \u201eDie Beziehung Deutscher und Skandinavischer Orientalisten im Schatten des Nationalsozialismus: Von traditionellen Banden, weltanschaulichen Br\u00fcchen und (teils) getrennten Wegen nach 1945\u201c<em>.<\/em> <em>Studia Orientalia Electronica <\/em>(4) 2006: S. 53-70, hier S. 53f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Uni Hamburg, https:\/\/www.geschichte.uni-hamburg.de\/ueber-den-fachbereich\/aktuelles\/krause-ehrendoktor.html (Zugriff 3.6.2022).<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn7\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Ellinger, Ekkehard (2006): S. 4.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Rohde, Achim: <em>Elfenbeinturm Revisited \u2013 Zur Geschichte der Orientalistik im Nationalsozialismus: Das Beispiel der Hamburger Universit\u00e4t. <\/em>In: <em>Orient: Zeitschrift des Deutschen Orient Instituts. <\/em>41: 3 (2000), S. 435-460, hier S. 458f.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn9\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Von der Autorin dem Projekt freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt: Molls, Anne Cornelia. Bertold Spuler und die Mullakurse im &#8222;Dritten Reich&#8220;. Eine biographische Studie zum Verh\u00e4ltnis von Orientalistik und Politik im Nationalsozialismus. Unver\u00f6ffentlichte Magisterarbeit, Universit\u00e4t Hamburg 2014, 121 Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Ellinger, Ekkehard (2006): S. 25f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Ebd. S. 27f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Ebd. S. 34f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Ebd. S. 54f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Ebd. S. 232.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Ebd. S. 252.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Ebd. S. 193.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Vgl.: Gasche, Malte (2016): S. 57.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Hoffmann, Joachim: <em>Die Ostlegionen 1941-1943. Turkotataren, Kaukasier und Wolgafinnen im<\/em> <em>deutschen Heer. <\/em>Freiburg: Verlag Rombach 1976, S. 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Vgl. Brief des NSDAP-Kreisleiters vom 19.11.1938, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Vgl. Protokoll der Vernehmung Bertold Spulers am 18.12.1967 durch Oberstaatsanwalt Dr. Marten, Einleitungsbeh\u00f6rde des Senats, S. 1-9, hier 3, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Die Religionszugeh\u00f6rigkeit der in den Ostlegionen k\u00e4mpfenden Soldaten war, wie auch ihre Sprache und nationale Zugeh\u00f6rigkeit, sehr divers. Der Islam verf\u00fcgte lediglich \u00fcber die zahlenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Anh\u00e4ngerschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\">[22<\/a><a id=\"_ftn21\" href=\"#_ftnref21\">]<\/a> Ellinger, Ekkehard (2006): S. 255f.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn22\" href=\"#_ftnref22\">[23<\/a><a href=\"#_ftnref23\">]<\/a> Vgl. Hoffmann, Joachim (1976): S. 105.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Ebd. S. 106.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Vgl. Ellinger, Ekkehard (2006): S. 266.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Ebd. S. 267.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> Hoffmann, Joachim (1976): S. 138.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/8#_ftnref27\">[28]<\/a> Ellinger, Ekkehard (2006): S. 256.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Hoffmann, Joachim (1976): S. 140.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Vgl. ebd. S. 142.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Vgl. Protokoll der Vernehmung Bertold Spulers am 18.12.1967 durch Oberstaatsanwalt Dr. Marten, Einleitungsbeh\u00f6rde des Senats, S. 1-9, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> Vgl. Brief des Journalisten Egon Giordano an B\u00fcrgermeister Dr. Drexelius, 24.11.1967, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Vgl. Brief Prof. Schaefers an den Rektor der Universit\u00e4t Hamburg, Prof. Dr. Drexelius, 21.11.1967, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Vgl. Brief Studierender der Orientalistik an den Rektor der Universit\u00e4t Hamburg, Prof. Dr. Drexelius, 21.11.1967, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Vgl. Zeitungsartikel Hamburger Abendblatt 3.5.1968, StA HH 361-6 IV 1451 Bertold Spuler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kontroverse um Bertold Spuler an der Universit\u00e4t Hamburg R\u00fcckblickend markieren die 1960er Jahre in der Geschichte der BRD den Beginn eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. 1961 fand in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, den Chef-Organisator der europ\u00e4ischen Judenvernichtung statt, ab 1963 in Frankfurt die Auschwitzprozesse. 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