{"id":200,"date":"2021-07-26T09:34:57","date_gmt":"2021-07-26T09:34:57","guid":{"rendered":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=200"},"modified":"2022-08-10T13:06:31","modified_gmt":"2022-08-10T13:06:31","slug":"orientalismus-in-der-geschichte-der-universitaet-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/?p=200","title":{"rendered":"Orientalismus in der Geschichte der Universit\u00e4t Hamburg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Orientalismus \u2013 Was ist das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kritik an der westlichen Orientalistik entwickelte sich im 20. Jahrhundert. Geschuldet ist das salafistischen Einfl\u00fcssen, die in der westlichen Wissenschaft eine Gefahr f\u00fcr den Islam sahen. Nebst diesen gab es eine sich ab den 60er Jahren entwickelnde neue Art von Orientalismus-Kritikern.<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a> Sie waren weder national gebunden noch religi\u00f6s.<a href=\"#_edn2\">[2]<\/a> Sie analysierten die Schriften westlicher Wissenschaftler und kritisierten deren Darstellungen als \u201eAngriff auf den Islam\u201c.<a href=\"#_edn3\">[3]<\/a> Ein Vorwurf, der die Kritiker eint, ist der \u201egeistige Imperialismus\u201c. F\u00fcr traditionelle Kritiker ist dieser vor allem \u201echristlich, j\u00fcdisch-zionistisch oder marxistisch\u201c beeinflussten Orientalisten geschuldet, linke Kritiker erkannten ihn eher als vom Kolonialismus\/Imperialismus gepr\u00e4gt.<a href=\"#_edn4\">[4]<\/a> Demnach lautet auch die Kernaussage von Edwards Saids \u201eOrientalism\u201c von 1978: Das imperiale Machtbestreben des Westens erzeugt ein Wissen \u00fcber den Orient, das nach eigenem hegemonialem Interesse geformt ist, um ihn (\u201ekulturell, politisch, wirtschaftlich\u201c) zu dominieren.<a href=\"#_edn5\">[5]<\/a> Der Orient werde somit entgegen seiner Vielfalt<a href=\"#_edn6\">[6]<\/a> essenzialisiert und zu einer zeitlich unbegrenzten Entit\u00e4t reduziert.<a href=\"#_edn7\">[7]<\/a> Er werde im Gegensatz zum zivilisierten<a href=\"#_edn8\">[8]<\/a>, vernunftgesteuerten, humanen<a href=\"#_edn9\">[9]<\/a>, fortschrittlichen<a href=\"#_edn10\">[10]<\/a> Westen als exotisch, gewaltt\u00e4tig<a href=\"#_edn11\">[11]<\/a> barbarisch<a href=\"#_edn12\">[12]<\/a>, irrational<a href=\"#_edn13\">[13]<\/a>, despotisch und r\u00fcckst\u00e4ndig dargestellt. Letzteres sei zus\u00e4tzlich seiner patriarchalen Neigung geschuldet. Zudem gelte der Orientale\/ die Orientalin als sexuell z\u00fcgellos.<a href=\"#_edn14\">[14]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Orientalismus dient \u201eder Islam\u201c als Einheitskategorie.<a href=\"#_edn15\">[15]<\/a> Stand dieser im Mittelalter im Gegensatz zum Christentum<a href=\"#_edn16\">[16]<\/a>, konzentriert sich der heutige Orientalismus auf \u201eden Westen\u201c versus \u201eden Islam\u201c.<a href=\"#_edn17\">[17]<\/a> &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kritik am Orientalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Saids These hat in den Nachfolgejahren die sogenannte Okzidentalismus-Kritik hervorgerufen. Danach w\u00fcrde Said die Zweiteilung \u201eWesten vs. Orient\u201c verankern und \u201eahistorisch\u201c begr\u00fcnden, indem er den Orientalismus geschichtlich nicht kontextualisiere, sondern ihn als \u00fcber Jahrhunderte hinweg bestehend hinnehme.<a href=\"#_edn18\">[18]<\/a> Ein solcher \u201eOrientalism in reverse\u201c essentialisiere nach Sadik Jalal al-\u02bfAzm auf \u00e4hnliche Weise.<a href=\"#_edn19\">[19]<\/a> Neu sei dabei nicht die Methodik, sondern die Schlussfolgerung, die die \u00dcberlegenheit des Orients bezeuge. Nunmehr treibe die arabische Nation die Gesellschaft voran und hole sie aus dem Zustand der materialistischen Dekadenz, den ihr der Westen aufgezwungen habe. Hinzu k\u00e4me eine \u201erevisionistische Linie politischen Denkens\u201c. Hierbei sei das \u201eHeil der Nation\u201c nicht in s\u00e4kularen westlichen Ideologien zu finden ist, sondern nur in einem \u201epopular political Islam\u201c. Ein wichtiges Merkmal dieser Bewegung sei die \u201enationale Befreiung von einer imperialistischen Herrschaft\u201c.<a href=\"#_edn20\">[20]<\/a> Der Westen und seine Ideologien, allen voran der Kapitalismus, w\u00fcrden laut Buruma und Margalits Okzidentalismus-Definition von 2004 in Verbindung mit einer unbegrenzten Sexualit\u00e4t gedacht und als bedrohlich empfunden.<a href=\"#_edn21\">[21]<\/a> Der Okzidentalismus \u00e4hnelt nicht nur dem Orientalismus, auch ist er sein Produkt. W\u00e4hrend der Orientalismus in Verbindung mit Kolonialismus, Imperialismus, Islamfeindlichkeit, Verwestlichung und westlicher Modernit\u00e4t steht, ist der Okzidentalismus gepr\u00e4gt von Anti-Kolonialismus, Anti-Imperialismus, Anti-Verwestlichung und einer islamischen Moderne.<a href=\"#_edn22\">[22]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die postkoloniale Wende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kolonialismuskritik etablierte sich zun\u00e4chst vor allem in den Literatur- und Kulturwissenschaften und gewann insbesondere im amerikanischen Raum Geh\u00f6r. Erst sp\u00e4ter wurde sie auch von weiteren (vorerst englischsprachigen) Wissenschaften aufgenommen. Weltweit gewannen postkoloniale Theorien ab den 1990ern an Fahrt.<a href=\"#_edn23\">[23]<\/a> Diese kritisieren die Auswirkungen des Kolonialismus bis in die Gegenwart. Sie \u00e4u\u00dfern nicht nur materielle (\u2026) Missst\u00e4nde in ehemalig kolonialisierten L\u00e4ndern, sondern auch geistige wie in etwa Eurozentrismus und Rassismus und deren Auswirkungen auf verschiedene Bereiche (Wissenschaft, Politik, Gesellschaft usw.).<a href=\"#_edn24\">[24]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorhaben und Rotters Forschung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen wurde die Orientalismus-Kritik nach ihrem Erscheinen bis in die 90er Jahre im deutschsprachigen Raum wenig beachtet.<a href=\"#_edn25\">[25]<\/a> Fraglich ist, inwieweit sie dennoch Anschlag fand und Aspekte zur islamischen Welt nunmehr nach postkolonialem Schema behandelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcberlegung legte eine Besch\u00e4ftigung mit Gernot Rotter, der von 1984 bis 2003 die Professur f\u00fcr \u201eGegenwartsbezogene Orientalistik\u201c an der Universit\u00e4t Hamburg innehatte, und seiner Forschung nah.<a href=\"#_edn26\">[26]<\/a> Hervorzuheben sind zwei Schwerpunkte: A) Rotters Analysen zum \u201eFeindbild Islam\u201c in den deutschen Medien sowie im internationalen Raum und b) zum Pendant, dem \u201eFeindbild Westen\u201c im Zuge seiner Besch\u00e4ftigung mit dem Islamismus. Gernot Rotter war es ein besonderes Anliegen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zu schreiben.<a href=\"#_edn27\">[27]<\/a> Eine klare Aussage durchzieht seine Essays: die Forderung nach einem Dialog und dem Schaffen gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses.<\/p>\n\n\n\n<p>Rotter kann kein expliziter Einfluss durch Saids \u201eOrientalism\u201c unterstellt werden. In den Literaturverzeichnissen zu seiner Forschung \u2013 soweit vorhanden<a href=\"#_edn28\">[28]<\/a> \u2013 ist weder Saids Werk vermerkt noch bezieht er sich direkt auf den Orientalismus. Dennoch war er ihm bekannt. So beschrieb er in einem Artikel der Tageszeitung <em>taz<\/em> von 1997 die Kritik an der Orientalistik. Er nannte darin Vorw\u00fcrfe sowohl traditioneller als auch moderater Kritiker, die \u201eweiterhin die westliche Orientalistik in die <em>verst\u00e4ndliche<\/em> Kritik gegen den westlichen Kulturimperialismus\u201c aufn\u00e4hmen<a href=\"#_edn29\">[29]<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eBesonders ungerecht behandelt f\u00fchlten sich viele OrientalistInnen durch ein englisches Buch des renommierten pal\u00e4stinensischen Literaturkritikers Edward Said, das 1978 erschien und den Titel \u201eOrientalism\u201c tr\u00e4gt. Auch wenn Said zuweilen stark ver-allgemeinert und manchen OrientalistInnen unlautere Absichten unterstellt, wo vielleicht nur Ungeschicklichkeit oder Unwissen vorliegt, so bleibt doch der Grundgedanke seiner Kritik im Raum stehen: OrientalistInnen \u2013 nicht nur in der Vergangenheit \u2013 betrachten den Orient im allgemeinen und den Islam im besonderen [sic] aus einem Blickwinkel eurozentrischer Arroganz, ja schlimmer, sie haben den \u201eOrient\u201c \u00fcberhaupt nur erfunden, um ihn von der zivilisierten Weltgemeinschaft zu trennen und zu beherrschen. Da\u00df dieser Vorwurf eine wunde Stelle getroffen hat, zeigt die rege Debatte, die er hervorgerufen hat. Und dies vielleicht auch deswegen, weil man Edward Said keine \u201eislamische Verbohrtheit\u201c vorwerfen kann, denn er ist Christ und politisch eher links einzuordnen.\u201c <a href=\"#_edn30\">[30]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feindbild \u201eIslam\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den Ansto\u00df zum Themenkomplex \u201eFeindbild Islam\u201c in der Abteilung Vorderer Orient der Universit\u00e4t Hamburg bot die Fernsehsendung \u201eVeranda\u201c des ZDF 1991, in der der T\u00fcbinger Islamwissenschaftler Heinz Halm in eine Streitdiskussion mit den \u201eNahostexperten\u201c Peter Scholl-Latour und Gerhard Konzelmann involviert war. Die Diskussion wurde von letzterem dominiert und l\u00f6ste in der Hamburger Abteilung Entr\u00fcstung \u00fcber die selbsternannten Islamexperten aus. Die Gr\u00fcndung der Gruppe \u201eKonzeltour\u201c, die es sich zur Aufgabe machte, die \u201eExpertise\u201c der medialen Pers\u00f6nlichkeiten Scholl-Latour und Konzelmann zu untersuchen, wurde von Gernot Rotter begleitet.<a href=\"#_edn31\">[31]<\/a> Im Rahmen des Projektes stie\u00df Rotter in verschiedenen B\u00fcchern Konzelmanns auf eine Reihe von Textabschnitten, die dieser aus Rotters eigenen Ver\u00f6ffentlichungen entnommen, jedoch nicht gekennzeichnet hatte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"212\" src=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Rotter-rauchend-1-300x212.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-201\" srcset=\"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Rotter-rauchend-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Rotter-rauchend-1-768x543.jpg 768w, https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Rotter-rauchend-1.jpg 807w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Gernot Rotter an seinem Schreibtisch in der Abteilung an der Rothenbaumchaussee, Fotografie entnommen aus Paul, Ludwig (Hrsg.): Vom Kolonialinstitut zum Asien &#8211; Afrika &#8211; Institut. 100 Jahre Asien &#8211; und Afrikawissenschaften in Hamburg. Hamburg: Ostasien Verlag, 2008.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In seinem dazu verfassten Werk \u201eAllahs Plagiator. Die publizistischen Raubz\u00fcge des \u201eNahostexperten\u201c Ger-hard Konzelmann<a href=\"#_edn32\">[32]<\/a>\u201c veranschaulicht er einerseits die Bandbreite des Plagiats und andererseits zwei orientalistisch gepr\u00e4gte Bilder des Islams:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;a) Das triebhafte Bild: Konzelmann konstruiere den Muslim des fr\u00fchen Islams als sexuell z\u00fcgellos.<a href=\"#_edn33\">[33]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>b) Das aggressive Bild: Konzelmann sch\u00fcre in der \u00d6ffentlichkeit das Bild eines besonders gewaltvollen und fanatischen Islams.<a href=\"#_edn34\">[34]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Zudem unterstreiche er seine Aussagen durch \u00fcbertriebene Metaphorik, verschweige Gegenbeispiele und verf\u00e4lsche, um seine Bilder zu st\u00e4rken.<a href=\"#_edn35\">[35]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch in weiteren Essays und Artikeln beruft sich Rotter immer wieder auf mediale Verzer-rungsk\u00fcnste. Dabei konzentriert er sich im Rahmen einer anwachsenden Islamophobie<a href=\"#_edn36\">[36]<\/a> insbesondere auf zeitgen\u00f6ssische Geschehnisse. Auff\u00e4llig sei f\u00fcr ihn eine stark vereinfachte, generalisierende Darstellung komplizierter Realit\u00e4ten.<a href=\"#_edn37\">[37]<\/a> Kritisch sei dabei besonders die Vereinheitlichung des Islams: Das \u201eexotische\u201c Bild von dem <em>einen<\/em> Islam werde in den Medien meist negativ besetzt, in etwa als \u201eBedrohung\u201c und Gegner der westlichen Kultur.<a href=\"#_edn38\">[38]<\/a> \u201eBrutale Aggressivit\u00e4t, Despotismus und Intoleranz\u201c spielten eine besondere Rolle in der Feindbilddarstellung<a href=\"#_edn39\">[39]<\/a>, wobei es sogar zu einer Gleichsetzung des Islams mit dem Fundamentalismus komme.<a href=\"#_edn40\">[40]<\/a> Die vermeintliche Aggressvit\u00e4t <em>der<\/em> islamischen Kultur werde laut Rotter h\u00e4ufig durch \u201eIrrationalit\u00e4t, Hysterie und Fanatismus\u201c erkl\u00e4rt. Weiterhin sei popul\u00e4r, die untergeordnete Stellung der Frau als Feindbildmerkmal aufzunehmen.<a href=\"#_edn41\">[41]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In seinen Feindbildanalysen bezieht sich Gernot Rotter immer wieder auf Samuel Huntingtons <em>Clash of Civilizations<\/em>, welches 1993 als Artikel in der Zeitschrift <em>Foreign Affairs<\/em> und 1996 als gleichnamiges Buch erschien<a href=\"#_edn42\">[42]<\/a> \u2013 ein Werk, welchem sich auch Said in den Folgejahren kritisch widmen sollte.<a href=\"#_edn43\">[43]<\/a> Besonders fokussiere sich dieser auf den Konflikt zwischen \u201edem Westen\u201c und \u201edem Islam\u201c.<a href=\"#_edn44\">[44]<\/a> Auch er teile die bereits beschriebenen Feindbildmerkmale einer vom Islam ausgehenden Aggression und Bedrohung. Der aufkeimende Terrorismus der vergangenen Jahre scheine seine These zu best\u00e4tigen. Dabei deckt Rotter auf, dass Huntingtons Argumentation derer islamischer Fundamentalisten \u00e4hnele:<a href=\"#_edn45\">[45]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u201aNaturgem\u00e4\u00df\u2018, lesen wir im 1993 ver\u00f6ffentlichten Buch eines \u00e4gyptischen Islamisten, \u201amu\u00df es zu einem Zusammensto\u00df zwischen zwei Kulturen kommen, von denen die eine Freiheit, Einheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Rassentoleranz und sittliche Verantwortung repr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend die andere f\u00fcr Unglauben, Zwang, Gewalt, Despotismus, Unterdr\u00fcckung, Rassismus und sittenwidriges Profitstreben steht.\u2018\u201c<a href=\"#_edn46\">[46]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feindbild \u201eWesten\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEbenso undifferenziert, wie vielfach unser Bild vom Islam gezeichnet wird, ist oft auch das von islamistischen Autoren entworfene Zerrbild vom Westen.\u201c<a href=\"#_edn47\">[47]<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Islamisten schimpften gegen den westlichen Materialismus. Dieser spiegele sich in der \u201egeistigen Dekadenz\u201c, d.h. dem \u201ematerialistischen antireligi\u00f6sen\u201c Denken, das zum Sittenverfall f\u00fch-re, wider. Besonders betonten sie die negativen Folgen der weiblichen Promiskuit\u00e4t<a href=\"#_edn48\">[48]<\/a> wie auch des Kapitalismus.<a href=\"#_edn49\">[49]<\/a> Westliche Einfl\u00fcsse m\u00fcssten abgewendet werden.<a href=\"#_edn50\">[51]<\/a> Dies habe zu einer Hinwendung zum Islam gef\u00fchrt.<a href=\"#_edn51\">[50]<\/a> Dabei werde die eigene Kultur \u2013 dem Westen nicht un\u00e4hnlich \u2013 idealisiert. So f\u00fchrt Rotter das Beispiel <em>Anwar al-\u01e6und\u012b<\/em>s (st. 2002) an, der die islamische Kultur als \u201enicht feindselig, nicht aggressiv, nicht kolonialistisch und nicht herrschs\u00fcchtig\u201c beschreibt. Die islamische Kultur und nicht der Westen f\u00fchre zu Wissen und Zivilisation.<a href=\"#_edn52\">[52]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Islamisten bewiesen laut Rotter ein \u201eungebrochenes Geschichts-bewusstsein\u201c. F\u00fcr den \u201egl\u00e4ubigen Moslem\u201c gebe es lediglich die vorislamische Zeit und die Zeit der islamischen Offenbarung. Der Kontakt mit dem Westen w\u00fcrde nicht als historische Z\u00e4sur verstanden, sondern als weiterer \u201eVersuch den Islam zu vernichten\u201c.<a href=\"#_edn53\">[53]<\/a> Der Islam sei f\u00fcr ihn \u201eeine Heilsgeschichte, die [\u2026] bis heute andauert und gegen westliche Hegemonialbestrebungen verteidigt werden muss.\u201c<a href=\"#_edn54\">[54]<\/a> Islamisten kritisieren demnach einen aggressiven \u201eanti-islamischen Expansionsdrang\u201c des Westens.<a href=\"#_edn55\">[55]<\/a> Die nunmehr westliche Aggressivit\u00e4t \u00e4u\u00dfert sich militant, aber auch wirtschaftlich und kulturell. Insbesondere seit dem 19. Jahrhundert meinen sie die Absicht des Westens zu erkennen, die islamische Welt auseinanderzutreiben, an ihre Ressourcen zu gelangen und zu degradieren.<a href=\"#_edn56\">[56]<\/a> Dabei w\u00fcrden vor allem die Kreuzz\u00fcge sowie die Spanische Inquisition als Vergleiche herangezogen, deren \u201eFortsetzung\u201c alle westlichen Einm\u00e4rsche bis heute seien. Zus\u00e4tz-lich verwiesen sie auf die Geschehnisse der Staatsgr\u00fcndung Israels<a href=\"#_edn57\">[57]<\/a>, das als eine Art westlicher \u201eNeokolonialismus\u201c verstanden werde.<a href=\"#_edn58\">[58]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich werde laut Rotter das Bed\u00fcrfnis, Vorurteile und einen \u201ebedrohlichen \u00dcberlegenheits-anspruch\u201c abzuwehren. Das Feindbild \u201eIslam\u201c habe demnach die Produktion des Feindbilds \u201eWesten\u201c provoziert.<a href=\"#_edn59\">[59]<\/a> Dabei entstehende Verschw\u00f6rungs\u00e4ngste seien aufgrund der historischen Erfahrungen nicht verwunderlich \u2013 auch nicht, dass Widerspr\u00fcche zwischen vom Westen proklamierten Grundrechten und seinem tats\u00e4chlichen Verhalten angemahnt w\u00fcrden.<a href=\"#_edn60\">[60]<\/a> Wichtig sei eine kritische Selbstreflexion<a href=\"#_edn61\">[61]<\/a> und, dass die Vorw\u00fcrfe anerkannt w\u00fcrden.<a href=\"#_edn62\">[62]<\/a> Denn je widerspr\u00fcchlicher sich der Westen verhielte und entgegen islamischer Interessen wirke, desto gr\u00f6\u00dfer werde auch der Fundamentalismus\/Terrorismus.<a href=\"#_edn63\">[63]<\/a> Und mit dem Anstieg fundamentalistischer Gruppen und einer steigenden Angst des Westens gegen\u00fcber dem Islam, w\u00fcrde ein Dialog zwischen den Kulturen abgewendet \u2013 womit sich auch Huntingtons These als eine self-fulfilling prophecy<a href=\"#_edn64\">[64]<\/a> bewiesen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Eintrag hat gezeigt, dass im Hinblick auf gegenwartsbezogene Orientwissenschaft in Hamburg die Said\u2018sche Kritik durchaus Geh\u00f6r fand, wenn auch sich ihre Wirkungskraft eher im Hintergrund hielt.<\/p>\n\n\n\n<p>So betont Rotter durchaus orientalistische Zerrbilder, die auch die Orientalismus-Kritik offenbart. Im Gegensatz zu Said argumentiert er aber auch nach okzidentalistischem Schema. Hierbei unterstellt er der islami(sti)schen Seite eine ebenso undifferenzierte Feindbilddarstellung. Es ist jedoch festzuhalten, dass Rotters Forschung nicht explizit das Konzept Saids sowie das der darauffolgenden Okzidentalismus-Kritik aufgenommen hat. Er konzentriert sich weniger auf theoretische Aspekte oder im Hintergrund wirkende Absichten. Demnach \u00e4u\u00dfert er nicht direkt, dass das Feindbild durch ein imperiales Interesse, das eine Dominanz \u00fcber den Orient w\u00fcnscht, entstanden ist. Die Imperialismus-Kritik schildert Rotter lediglich passiv im Sinne einer kritischen Besch\u00e4ftigung mit dem Feindbild \u201eWesten\u201c und dem Vorwurf eines \u201eaggres-siven Expansionsdrangs\u201c. Inwiefern er dem Westen imperiale Absichten unterstellt, geht nicht aus seiner Forschung hervor. Er fokussiert sich eher auf die Konsequenzen einer orientalistischen bzw. okzidentalistischen Denkweise, sprich mit Ergebnissen, die sich in den jeweils zugeschriebenen Attributen der Feindbilddarstellungen, seiner Produzenten und deren Methoden, aber auch in geschichtlichen und politischen Ereignissen widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst sind daher Tendenzen sowohl Said\u2018scher Argumentation als auch Gegenargumentation unter dem Aspekt \u201eeiner Aufkl\u00e4rung wechselseitiger Feindbilder\u201c<a href=\"#_edn65\">[65]<\/a> zu erkennen. Und zumindest scheint Saids Kritik als auch die weiterer, u.a. auch traditioneller Gelehrter, zumindest ein Anreiz gewesen zu sein, sich mit beiden Seiten im Sinne eines wechselseitigen Dialogs kritisch auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>ADAM, Bernd: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne: der \u201eewige Orient\u201c als Konstrukt westlicher Geschichtsschreibung<\/em>, Hamburg 2013.<\/p>\n\n\n\n<p>AL-\u02bfAZM, Sadik Jalal: \u201eOrientalism and Orientalism in Reverse&#8220; (1981); in: Macfie, Alexander (Hrsg): <em>Orientalism. A Reader<\/em>, New York 2000, S. 217-238.<\/p>\n\n\n\n<p>BAKHSHANDEH, Ehsan: <em>Occidentalism in Iran. Representatiosn of the West in the Iranian Media<\/em>, New York \/ London 2015.<\/p>\n\n\n\n<p>BURUMA, Ian \/ Margalit, Avishai: <em>Okzidentalismus. Der Westen in den Augen seiner Feinde<\/em>, M\u00fcnchen 2005.<\/p>\n\n\n\n<p>CARRIER, James G.: <em>Occidentalism. Images of the West<\/em>, New York 1995.<\/p>\n\n\n\n<p>FISCHER-TIN\u00c9, Harald (2010): \u201ePostcolonial Studies\u201c, in: EGO European History Online: http:\/\/ieg-ego.eu\/en\/threads\/theories-and-methods\/postcolonial-studies#TheFormationofPostcolonialViewssince1980 [Zugriff: 26.07.2021]<\/p>\n\n\n\n<p>KERNER, Ina: <em>Postkoloniale Theorien zur Einf\u00fchrung<\/em>, Hamburg 2012.<\/p>\n\n\n\n<p>KR\u00c4MER, Gudrun: \u201eUnterscheiden und Verstehen: \u00dcber den Nutzen und Missbrauch der Islamwissenschaft\u201c, in: Poya, Abbas \/ Reinkowksi, Maurus (Hrsg): <em>Das Unbehagen in der Islamwissenschaft<\/em>, Bielefeld 2008, S. 263-270.<\/p>\n\n\n\n<p>KURZ, Isolde: <em>Vom Umgang mit anderen. die Orientalismus-Debatte zwischen Alterit\u00e4tsdiskurs und interkultureller Kommunikation<\/em>, Berlin 2000.<\/p>\n\n\n\n<p>MEIER, Christian: \u201e\u201aMich reizen skurille Zusammenh\u00e4nge.\u2018 Ein Gespr\u00e4ch mit Gernot Rotter\u201c, in: Jokisch, Benjamin (Hrsg): <em>Fremde, Freunde und Kurioses. Innen- und Au\u00dfenansicht unseres muslimischen Nachbarn<\/em>, Berlin 2009.<\/p>\n\n\n\n<p>MEIER, Christian (2010): \u201eUnkonventioneller Orientalist der alten Schule\u201c, in: Qantara, https:\/\/de.qantara.de\/inhalt\/nachruf-auf-gernot-rotter-unkonventioneller-orientalist-der-alten-schule, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>o.A.: \u201eKatalogeintrag. Rotter, Gernot\u201c, https:\/\/www.hpk.uni-hamburg.de\/resolve\/id\/cph_person_00002903, [Zugriff 26.07.21].<\/p>\n\n\n\n<p>o.A.: \u201eOrientalismus und Okzidentalismus, in: IsamiQ, http:\/\/www.islamiq.de\/2014\/05\/01\/orientalismus-und-okzidentalismus-realitaet-beschreiben-und-verstehen\/, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>o.A.: \u201eOrientalismus und Okzidentalismus, in: IsamiQ, http:\/\/www.islamiq.de\/2014\/05\/01\/orientalismus-und-okzidentalismus-realitaet-beschreiben-und-verstehen\/, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot: <em>Allahs Plagiator. Die Raubz\u00fcge eines \u201eNahostexperten\u201d Gerhard Konzelmann<\/em>, Heidelberg 1992.<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot: \u201eFeindbildproduktion. Der Islam und sein Zerrbild in den Medien, in: Birckenbach, Hanne-Margret \/ J\u00e4ger, Uli \/ Wellmann, Christian (Hrsg): <em>Jahrbuch Frieden 1993. Konflikte, Abr\u00fcstung, Friedensarbeit<\/em>, M\u00fcnchen 1993, S. 70-80.<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTE, Rotter, Gernot (1997): \u201eRaus aus den Studierstuben\u201c, in: taz archiv: https:\/\/taz.de\/!1415968\/, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot (1998): \u201eSatanischer Westen, d\u00e4monischer Islam\u201c, in: Der Spiegel,&nbsp;https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/spiegelspecial\/d-7810264.html, [Zugriff: 10.03.2019].<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot: \u201eVorwort\u201d, in: ROTTER, Gernot (Hrsg): <em>Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge das Unbekannte zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main 1993, S. 9-10.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot (2003): \u201eWeltmacht Islam. Die Utopie vom Frieden\u201c, in: Der Spiegel, https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/27460400, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot: \u201eWoher kommt der Ha\u00df?\u201d, in: STEIN, Georg \/ WINDFUHR, Volker (Hrsg): <em>Ein Tag im September. 11.9.2001, Hintergr\u00fcnde, Folgen Perspektiven<\/em>, Heidelberg 2002, S. 30-37.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>ROTTER, Gernot: \u201eWurzeln der Angst. Das Feindbild der anderen Seite\u201d, in: Rotter, Gernot (Hrsg): <em>Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge das Unbekannte zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main 1993, S. 219-222.<br><br>ROTTER, Gernot: \u201eIslam versus Westen. Historische Realit\u00e4t und ideologischer Reflex\u201c, in: BADE, Klaus J. (Hrsg): <em>Menschen \u00fcber Grenzen. Grenzen \u00fcber Menschen. Die multikulturelle Herausforderung<\/em>, M\u00fcnchen 1996, S. 58-73.<\/p>\n\n\n\n<p>RUDOLPH, Ekkehard: <em>Die westliche Islamwissenschaft im Spiegel muslimischer Kritik. Gr\u00fcnde und aktuelle Merkmale einer innerislamischen Diskussion<\/em>, Berlin 1991, http:\/\/menadoc.bibliothek.uni-halle.de\/iud\/content\/structure\/308955, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>SAID, Edward W.: \u201eIslam as News\u201c, in: Bayoumi, Moustafa \/ Rubin, Andrew (Hrsg): <em>The Edward Said Reader<\/em>, New York 2000.<\/p>\n\n\n\n<p>SAID, Edward W.: \u201eDie Phrase vom \u201aZusammenprall der Kulturen\u2019. Eine Kritik an Samuel P. Huntington\u201d, in: STEIN, Georg \/ WINDFUHR, Volker (Hrsg): <em>Ein Tag im September. 11.9.2001.<\/em> <em>Hintergr\u00fcnde, Folgen, Perspektiven, Heidelberg, 2002, S. 179-187<\/em>.<br><br>SAID, Edward W.: <em>Orientalismus<\/em>, 4. Auflage, Frankfurt am Main 2014.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>SCHMIDINGER, Thomas (o.A.): \u201eOrientalismus und Okzidentalismus. Zur Einf\u00fchrung in die&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Begrifflichkeiten und die Debatte\u201c, https:\/\/homepage.univie.ac.at\/thomas.schmidinger\/php\/lehre\/orientalismus_okzidentalismus.pdf, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p>Universit\u00e4tsarchiv Hamburg, Best.201f Abt. 6 Personalabteilung, Nr. 49.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Vgl. Ekkehard RUDOLPH: <em>Die westliche Islamwissenschaft im Spiegel muslimischer Kritik. Gr\u00fcnde und aktuelle Merkmale einer innerislamischen Diskussion<\/em>, Berlin 1991, http:\/\/menadoc.bibliothek.uni-halle.de\/iud\/content\/structure\/308955, [Zugriff 23.07.2021], S. 190ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[2]<\/a> Vgl. ebd., S. 175.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> Vgl. ebd., S. 192.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[4]<\/a> Vgl. ebd., S. 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[5]<\/a> Vgl. Bernd ADAM: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne: der &#8222;ewige Orient&#8220; als Konstrukt westlicher Geschichtsschreibung<\/em>, Hamburg 2013, S. 30.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[6]<\/a> Vgl. James G. CARRIER: <em>Occidentalism. Images of the West<\/em>, New York 1995, S. 8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[7]<\/a> Vgl. ebd., S. 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[8]<\/a> Vgl. ADAM: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne<\/em>, S. 52.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[9]<\/a> Vgl. Ina KERNER:&nbsp; <em>Postkoloniale Theorien zur Einf\u00fchrung<\/em>, Hamburg 2012, S. 72 vgl. Edward W. Said: <em>Orientalismus<\/em>, 4. Auflage, Frankfurt am Main 2014, S. 345.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[10]<\/a> Vgl. ADAM: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne<\/em>, S. 50.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[11]<\/a> Vgl. Thomas SCHMIDINGER (o.A.): \u201eOrientalismus und Okzidentalismus. Zur Einf\u00fchrung in die Begrifflichkeiten und die Debatte\u201c, https:\/\/homepage.univie.ac.at\/thomas.schmidinger\/php\/lehre\/orientalismus_okzidentalismus.pdf, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[12]<\/a> Vgl. ADAM: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne<\/em>, S. 52.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[13]<\/a> Vgl. o.A.: \u201eOrientalismus und Okzidentalismus\u201c, in: IslamiQ, http:\/\/www.islamiq.de\/2014\/05\/01\/orientalismus-und-okzidentalismus-realitaet-beschreiben-und-verstehen\/, [Zugriff: 26.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[14]<\/a> Vgl. KERNER: <em>Postkoloniale Theorien<\/em>, S. 72.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[15]<\/a> Vgl. Gudrun KR\u00c4MER: \u201eUnterscheiden und Verstehen: \u00dcber den Nutzen und Missbrauch der Islamwissenschaft\u201c, in: Abbas Poya \/ Maurus Reinkowksi (Hrsg): <em>Das Unbehagen in der Islamwissenschaft<\/em>, Bielefeld 2008, S. 265.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[16]<\/a> Vgl. Edward W. SAID: \u201eIslam as News\u201c, in: Bayoumi, Moustafa \/ Rubin, Andrew (Hrsg): <em>The Edward Said Reader<\/em>, New York 2000, S. 198\/199f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\">[17]<\/a> Vgl. Ebd., S. 203\/204.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\">[18]<\/a> Vgl. SCHMIDINGER: \u201eOrientalismus und Okzidentalismus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\">[19]<\/a> Vgl. ADAM: <em>Saids Orientalismus und die Historiographie der Moderne<\/em>, S. 70f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\">[20]<\/a> Sadik Jalal AL-\u02bfAZM: &#8222;Orientalism and Orientalism in Reverse&#8220; (1981); in: Alexander MACFIE (Hrsg): <em>Orientalism. A Reader<\/em>, New York 2000, S. 231-34.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\">[21]<\/a> Vgl. SCHMIDINGER: \u201eOrientalismus und Okzidentalismus\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\">[22]<\/a> Vgl. Ehsan BAKHSHANDEH: <em>Occidentalism in Iran. Representatiosn of the West in the Iranian Media<\/em>, New York \/ London 2015, S. 151f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\">[23]<\/a> Vgl. Harald FISCHER-TIN\u00c9 (2010): \u201ePostcolonial Studies\u201c, in: EGO European History Online: http:\/\/ieg-ego.eu\/en\/threads\/theories-and-methods\/postcolonial-studies#TheFormationofPostcolonialViewssince1980 [Zugriff 23.07.2021]<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref24\">[24]<\/a> Vgl. KERNER:&nbsp; <em>Postkoloniale Theorien zur Einf\u00fchrung<\/em>, S. 9; 12.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref25\">[25]<\/a> Vgl. Isolde KURZ: <em>Vom Umgang mit anderen. die Orientalismus-Debatte zwischen Alterit\u00e4tsdiskurs und interkultureller Kommunikation<\/em>, Berlin 2000, S. 111.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref26\">[26]<\/a> Vgl. o.A.: \u201eKatalogeintrag. Rotter, Gernot\u201c, https:\/\/www.hpk.uni-hamburg.de\/resolve\/id\/cph_person_00002903, [Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref27\">[27]<\/a> Vgl. Christian MEIER: \u201e\u201aMich reizen skurrile Zusammenh\u00e4nge.\u2018 Ein Gespr\u00e4ch mit Gernot Rotter\u201c, in: Benjamin Jokisch (Hrsg): <em>Fremde, Freunde und Kurioses. Innen- und Au\u00dfenansicht unseres muslimischen Nachbarn<\/em>, Berlin 2009, S. 11.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref28\">[28]<\/a> Ich beziehe mich folglich auch auf viele Zeitschriftenartikel Rotters, denen eine Literaturangabe fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref29\">[29]<\/a> Gernot ROTTER (1997): \u201eRaus aus den Studierstuben\u201c, in: taz archiv: https:\/\/taz.de\/!1415968\/, [Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref30\">[30]<\/a> Gernot ROTTER (1997): \u201eRaus aus den Studierstuben\u201c, in: taz archiv: https:\/\/taz.de\/!1415968\/, [Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref31\">[31]<\/a> Gernot ROTTER: <em>Allahs Plagiator. Die Raubz\u00fcge eines \u201eNahostexperten\u201d Gerhard Konzelmann<\/em>, Heidelberg 1992, S. 10ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref32\">[32]<\/a> Gerhard Konzelmann war von 1981-85 Korrespondent der ARD im Nahen Osten und auch danach weiterhin als Fachexperte medial pr\u00e4sent. Vgl. o.A. (2008): \u201eGerhard Konzelmann gestorben\u201c, in: Der Tagespiegel, https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/weltspiegel-gerhard-konzelmann-gestorben\/1244144.html, [Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref33\">[33]<\/a> ROTTER: <em>Allahs Plagiator<\/em>, S. 90-111.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref34\">[34]<\/a> Ebd., S. 112-122.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref35\">[35]<\/a> Ebd., S. 90-122.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref36\">[36]<\/a> Gernot ROTTER: \u201eIslam versus Westen. Historische Realit\u00e4t und ideologischer Reflex\u201c, in: Klaus J. Bade (Hrsg): <em>Menschen \u00fcber Grenzen. Grenzen \u00fcber Menschen. Die multikulturelle Herausforderung<\/em>, M\u00fcnchen 1996, S. 71.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref37\">[37]<\/a> Gernot ROTTER: \u201eFeindbildproduktion. Der Islam und sein Zerrbild in den Medien, in: Hanne-Margret Birckenbach \/ Uli J\u00e4ger \/ Christian Wellmann (Hrsg): <em>Jahrbuch Frieden 1993. Konflikte, Abr\u00fcstung, Friedensarbeit<\/em>, M\u00fcnchen 1993, S. 70f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref38\">[38]<\/a> Gernot ROTTER: \u201eVorwort\u201c, in: Gernot Rotter (Hrsg): <em>Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge das Unbekannte zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main 1993, S. 9.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref39\">[38]<\/a> ROTTER: \u201eFeindbildproduktion\u201c, S. 73.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref40\">[40]<\/a> ROTTER: \u201eIslam versus Westen\u201c, S. 60.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref41\">[41]<\/a> ROTTER: \u201eFeindbildproduktion\u201c, S. 74f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref42\">[42]<\/a> Vgl. Edward W. SAID: \u201eDie Phrase vom \u201aZusammenprall der Kulturen\u2019. Eine Kritik an Samuel P. Huntington\u201d, in: Georg Stein \/ Volker Windfuhr (Hrsg): <em>Ein Tag im September. 11.9.2001. Hintergr\u00fcnde, Folgen, Perspektiven<\/em>, Heidelberg 2002, S. 179f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref43\">[43]<\/a> Vgl. ebd., S. 179-187, u.a.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref44\">[44]<\/a> ROTTER: \u201eIslam versus Westen\u201c, S. 61.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref45\">[45]<\/a> Ebd., S. 61.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref46\">[46]<\/a> Gernot ROTTER(1998): \u201eSatanischer Westen, d\u00e4monischer Islam\u201d, in: Der Spiegel, https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/spiegelspecial\/d-7810264.html, [Zugriff 10.03.2019].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref47\">[47]<\/a> Gernot ROTTER: \u201eWurzeln der Angst. Das Feindbild der anderen Seite\u201c, in: Rotter, Gernot (Hrsg): <em>Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschl\u00e4ge das Unbekannte zu verstehen<\/em>, Frankfurt am Main 1993, S. 222.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref48\">[48]<\/a> ROTTER: \u201eFeindbildproduktion\u201c, S. 78.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref49\">[49]<\/a> ROTTER: \u201eIslam versus Westen\u201c, S. 66.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref50\">[50]<\/a> Gernot ROTTER: \u201eWoher kommt der Ha\u00df?\u201c, in: Georg STEIN \/ Volker WINDFUHR (Hrsg): <em>Ein Tag im September. 11.9.2001. Hintergr\u00fcnde, Folgen, Perspektiven<\/em>, Heidelberg 2002, S. 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref51\">[51]<\/a> ROTTER: Islam vs. Westen\u201c, S. 66.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref52\">[52]<\/a> ROTTER: \u201eWurzeln der Angst\u201c, S. 222.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref53\">[53]<\/a> Vgl. Gernot ROTTER (1995): \u201eFinsternis aus dem Westen\u201c, in: Der Spiegel, https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/finsternis-aus-dem-westen-a-51f6f687-0002-0001-0000-000009207981[Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref54\">[54]<\/a> ROTTER: \u201eWoher kommt der Ha\u00df?\u201c, S. 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref55\">[55]<\/a> Gernot ROTTER (2003): \u201eWeltmacht Islam. Die Utopie vom Frieden\u201c, in: Der Spiegel, https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/27460400, [Zugriff 23.07.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref56\">[56]<\/a> ROTTER: \u201eIslam vs. Westen\u201c, S. 62-64.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref57\">[57]<\/a> Frankreich und Grossbritannien gaben das Versprechen eines arabischen Gesamtstaates und entschieden sich insgeheim zu einer Aufteilung in Nationalstaaten (Skyes-Picot 1917). Ebenso gaben sie das Versprechen eines j\u00fcdischen Staats (Balfour 1917), und auch dies geschah, ohne Abmachung mit den dort ans\u00e4ssigen Pal\u00e4stinensern. Rotter: \u201eIslam vs. Westen\u201c, S. 64f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref58\">[58]<\/a> ROTTER: \u201eWurzeln der Angst\u201c, S. 221.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref59\">[59]<\/a> ROTTER: \u201eFeindbildproduktion\u201c, S. 79.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref60\">[60]<\/a> ROTTER: \u201eFinsternis aus dem Westen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref61\">[61]<\/a> ROTTER: \u201eIslam vs. Westen\u201c, S. 65.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref62\">[62]<\/a> ROTTER: \u201eWoher kommt der Ha\u00df?\u201c, S. 35f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref63\">[63]<\/a> ROTTER: \u201eIslam versus Westen\u201c, S. 72.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref64\">[64]<\/a> ROTTER: \u201eFeindbildproduktion\u201c, S. 79.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref65\">[65]<\/a> Vgl. Universit\u00e4tsarchiv Hamburg, Best.201f Abt. 6 Personalabteilung, Nr. 49.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orientalismus \u2013 Was ist das? Die Kritik an der westlichen Orientalistik entwickelte sich im 20. Jahrhundert. Geschuldet ist das salafistischen Einfl\u00fcssen, die in der westlichen Wissenschaft eine Gefahr f\u00fcr den Islam sahen. Nebst diesen gab es eine sich ab den 60er Jahren entwickelnde neue Art von Orientalismus-Kritikern.[1] Sie waren weder national gebunden noch religi\u00f6s.[2] Sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":260,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"templates\/template-cover.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-200","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-recherche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=200"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/200\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":470,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/200\/revisions\/470"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/orientalistik-in-hh.blogs.uni-hamburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}